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Kalte Dusche für Baderzeuger

Die EU-Kommission verdonnert einige Hersteller von Badezimmer-Ausstattungen zu einer Kartellstrafe in Millionenhöhe. Insgesamt sind 17 Hersteller wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen zu einer Gesamtstrafe von rund 622 Millionen Euro verurteilt worden. Auch Österreicher mischten mit. Zehn Unternehmen sind nicht in der Lage die Geldbußen zu bezahlen.  

Die Mitgliederliste des nun abgeurteilten Badezimmer-Kartells liest sich wie das Who is Who der Badezimmerbranche. Laut Wirtschaftsblatt wurden auch die beiden österreichischen Unternehmen Artweger (2.878.015,- Euro Strafe) und Duscholux (1.659.681,- Euro Strafe) sowie die heimischen Töchter von Grohe und Kludi von der Kartelluntersuchung erfasst.

 

Die höchste Strafe hat allerdings der amerikanische Hersteller Ideal Standard mit 326,1 Millionen Euro ausgefasst. Zu dem Kartell gehörten weiters die deutschen Unternehmen Dornbracht (12,5 Mio EUR), Grohe (54,8 Mio EUR), Hansa (14,8 Mio EUR), Kludi (5,5 Mio EUR) und Villeroy & Boch (71,5 Mio EUR). Aus Italien waren fünf Firmen betroffen – Cisal, Mamoli, RAF, Teorema und Zucchetti. Außerdem sind noch die finnische Sanitec, die spanische Roca und die amerikanische Firma Masco mit von der Partie.

 

Masco wurde laut dem Bericht des Wirtschaftsblattes mit seinen wichtigsten Tochtergesellschaften Hansgrohe und Hüppe die Geldbuße, gemäß der Kronzeugenregelung vollständig erlassen, da es das erste Unternehmen war, das der Kommission Informationen über das Kartell lieferte. Die Kommission berücksichtigte außerdem das kooperative Verhalten von Grohe und Ideal Standard und minderte deren Geldbußen um jeweils 30 Prozent.

 

Außergewöhnlich sei, so weiter in dem Bericht, dass aufgrund der schwierigen finanziellen Lage bestimmter Betroffener die Geldbußen dreier Unternehmen um 50 Prozent und die zweier weiterer Unternehmen um 25 Prozent ermäßigt wurden. Insgesamt gaben zehn Unternehmen an, dass sie nicht in der Lage seien, eine Geldbuße zu bezahlen.

 

Was war passiert

Nach Angaben der EU-Kommission haben die Unternehmen zwischen 1992 und 2004 in Deutschland, Österreich, Italien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden Preisabsprachen für Halterungen und Armaturen getroffen. Insgesamt gebe es 240 Millionen Menschen als potenzielle Geschädigte des Kartells, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.

 

Aus dem Beschluss der Kommission geht hervor, dass Koordinierung der Verkaufspreise im Rahmen von Treffen von 13 nationalen Fachverbänden in Deutschland (über 100 Treffen), Österreich (über 80), Italien (65) sowie Belgien, Frankreich und den Niederlanden und durch bilaterale Kontakte erfolgte. Dabei wurden Preiserhöhungen, Mindestpreise und Rabatte festgesetzt und vertrauliche Geschäftsinformationen ausgetauscht.