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Mit Boxspring-Betten in einen Nischenmarkt

Von einem boomenden Markt kann man zurzeit im Matratzengeschäft nicht gerade sprechen. Hohe Rohstoffpreise treiben zudem Sorgenfalten auf die Stirn der Erzeuger. Neue Entwicklungen und neue Marktsegmente, wie zum Beispiel Boxspring-Betten, werden das Jahr aber trotzdem zu einem ordentlichen Ergebnis führen, ist Mag. Johann Ruhsam (Geschäftsführer sembella GmbH) überzeugt. wohninsider sprach mit ihm.

 

 

Mag. Johann Ruhsam, Geschäftsführer sembella GMBH.

wohninsider: Das 1. Halbjahr ist gelaufen, wie geht es der Matratzenbranche und wie geht es sembella?

 

Mag. Johann Ruhsam: Der Gesamtmarkt ist in Österreich zurzeit 5 Prozent hinter dem Vorjahr und in dieser Größenordnung bewegt sich auch sembella.

 

wohninsider: Das betrifft Matratzen und Bettsysteme, oder gibt es hier einen Unterschied?

 

Mag. Ruhsam: Das betrifft beides. Wie mir meine Kontakte sagen, ist das zurzeit generell der Trend. Und ich habe auch für das restliche Jahr, ganz ehrlich gesagt, kein sehr gutes Gefühl. Die Preisrallye bei den Rohstoffpreisen geht weiter. Für den Herbst sind diesbezüglich weitere Steigerungen angekündigt und das ist sicherlich für die gesamte Entwicklung nicht gerade förderlich. Gewisse Preissegmente am Markt kann man dann einfach nicht mehr bedienen.

 

wohninsider: Sie meinen die unteren Preissegmente?

 

Mag. Ruhsam: Ja. Da ist es ganz schwierig geworden und da haben wir uns auch aus einigen Bereichen am Markt zurückgezogen, weil es einfach nicht mehr geht. Die Erhöhungen, die wir von den Zuliefermärkten bekommen, können wir in diesen Segmenten nicht so weitergeben, wie es eigentlich notwendig wäre. Ich sehe das als wirklich dramatische Entwicklung.

 

wohninsider: Wie reagieren Sie jetzt darauf, wenn das Tiefpreissegment schwierig oder vielleicht sogar überhaupt nicht mehr funktioniert?

 

Mag. Ruhsam: Wir haben von der Produktseite her entsprechende Entwicklungen auf den Markt gebracht. Wir haben jetzt mit "Nordic by sembella" ein völlig neues Boxspring- Betten-Programm im Angebot und wir haben mit dem Goldline- Schlafsystem eine neue Linie für den Prämium-Bereich entwickelt.

 

wohninsider: Der Boxspring-Betten Markt ist ja Hauptsächlich im Objektbereich ein Thema. Geht's jetzt in Richtung privates Schlafzimmer?

 


„ Wir haben unsere Boxspring-Betten auf absoluten Komfort ausgerichtet.“

Mag. Ruhsam: Kann man so sagen. Diese Entwicklung kommt von den Benelux-Ländern. Wenn man dort eine Messe besucht, dann sieht man kaum mehr Matratzen oder Einsätze ausgestellt, dort dominieren ganz klar die Boxspring-Betten. Wir merken jetzt, dass dieser Trend auch bei uns immer stärker wird. Auch in Deutschland ist das ein Trend und der kommt jetzt eben auch zu uns.

 

wohninsider: Kann man diesen Trend in Zahlen fassen?

 

Mag. Ruhsam: Kann man nicht. Im Moment ist das ein Nischenmarkt. Vor allem für uns, weil wir mit unseren Produkten ja nicht in der Tiefpreislage einsteigen. Wir präsentieren uns im mittleren bis oberen Preissegment. Also wir bewegen uns bei einem Verkaufspreis von 3.000,- bis 8.000,- Euro. Ich kann auch noch nichts über Umsätze sagen, weil wir uns hier wirklich sozusagen bei der Stunde Null befinden. Wir zeigten unsere Boxspring-Betten das erste Mal auf der möbel austria in Wels und orteten vorerst einmal reges Interesse unserer Kunden. Natürlich haben wir im Vorfeld auch den Markt abgetestet. Der Markt ist sicherlich vorhanden, aber man darf sich hier nicht utopische Stückzahlen erwarten, sondern es wird eine sehr gute Ergänzung zu unserem bisherigen Geschäft werden.

 

wohninsider: Die Zielgruppe dafür sind die gehobenen Schlafstudios?

 

Mag. Ruhsam: Ja, aber natürlich auch die Großfläche, die sich im gehobeneren Bereich bewegt.

 

wohninsider: Woher kommt der Trend zum Boxspring Bett? Von Hotelnächtigungen im Urlaub?

 

Mag. Ruhsam: Wahrscheinlich. Es kann schon daher kommen, dass die Menschen immer mobiler sind und in Ländern wie Skandinavien oder auch den USA, wo solche Betten gang und gebe sind, andere Schlafsysteme kennen lernen. Und dann entsteht eben eine Nachfrage. Auch ist es natürlich damit begründet, dass man als Erzeuger immer neue Dinge bringen will. Seien wir uns doch ehrlich: Unser Markt ist doch gesättigt. Das ist so! Es braucht jetzt niemand unbedingt lebensnotwendig eine neue Matratze oder ein neues Bettsystem. Also wenn ein Markt gesättigt ist, dann muss man beim Kunden den Appetit anregen, damit er Lust auf das Neue bekommt.

 

wohninsider: Wie verhält es sich mit dem Thema Ergonomie in einem Boxspring-Bett?

 

Mag. Ruhsam: Wir haben diese Betten auf absoluten Komfort ausgerichtet. Also wir wollen hier nicht irgendwelche Preise brechen, wir sprechen hier ganz klar die Komfortschiene an und die Betten sind vom Gesichtspunkt eines gesunden Schlafes und von der Ergonomie her ein durchdachtes System.

 

wohninsider: Und das Goldline- Schlafsystem?

 

Mag. Ruhsam: Wie gesagt, dieses System ist im Prämiumbereich angesiedelt. Es hat ganz speziell konstruierte Matratzenkerne und auch bei den Bezügen viele Extras, die dem Komfort und der Ergonomie dienen. Dazu gibt es einen stylischen Betteinsatz, der von den Funktionen her den allermodernsten Ansprüchen genügt. Die Kerntechnologie ist in diesem Neuen System sehr ausgefeilt. Wir sprechen damit genau die Zielgruppe der Zweitausstatter an, die sich sagen: "Jetzt leisten wir uns ein perfekt auf uns abgestimmtes Schlafsystem." Hier sind wir was die Qualität, die Verarbeitung und das Design betrifft keine Kompromisse eingegangen.

 

wohninsider: sembella hat in den letzten Jahren - ich meine jetzt den Umsatz - immer extrem zugelegt. Das sehen Sie für heuer anders?

 


„Der Gesamtmarkt ist in Österreich zurzeit 5 Prozent hinter dem Vorjahr.“

Mag. Ruhsam: Wir haben eine relativ stürmische Entwicklung hinter uns. Wir hatten 1999 einen Außenumsatz von 18 Millionen Euro (umgerechnet vom damaligen Schilling ) und hatten im Vorjahr 43 Millionen. Da ist halt einmal der Zeitpunkt da, wo man ein Wachstum in diesem Ausmaß nicht unbedingt so weiter vorantreiben muss oder will. Irgendwann muss man auch eine Konsolidierungsphase zulassen. Wir haben jetzt mit den neuen Betten unsere Produktpalette etwas geöffnet, aber wir müssen jetzt nicht auf Druck irgendwelche Umsätze am Markt lukrieren. Wir halten unsere Position, ohne irgendwelche schmerzhafte Einschnitte oder Aktionen.

 

wohninsider: Apropos Konsolidierung. In den letzten Jahren habe ja viele Geschäfte und Fachgeschäfte aufgehört. Nicht alle freiwillig. Glauben Sie, dass diese Konsolidierung abgeschlossen ist?

 

Mag. Ruhsam: Das ist jetzt, mit wenigen Ausreißern, relativ stabil geworden. Diejenigen, die sich bisher halten konnten, haben sich meiner Meinung nach etabliert und machen gute Geschäfte.

 

wohninsider: Ein etwas anderes Thema: ein gemeinsames Gehen der Branche, wie das einmal im sogenannten Matratzenverband war, können Sie sich so etwas in Zukunft wieder einmal vorstellen?

 

Mag. Ruhsam: Kann ich mir momentan nicht vorstellen und es gibt auch keinerlei Initiativen in diese Richtung.

 

wohninsider: Ist das nicht irgendwie schade?

 

Mag. Ruhsam: Es wäre, meiner Meinung nach, eine gemeinsame Interessensvertretung grundsätzlich positiv. Ich glaube aber auch, dass in dem Umfeld, in dem wir heute leben so eine Interessensvertretung nicht unproblematisch wäre, weil man sehr schnell in den Verdacht gerät irgendwelche Absprachen zu treffen.

 

wohninsider: Ich meinte jetzt, dass in einer Interessensvertretung nicht unbedingt die Preise zur Sprache kommen sollten. Sondern dass sich die Branche an einen Tisch setzt und einfach das trendige Thema "Gesundes Schlafes" verstärkt in das Bewusstsein der Konsumenten bringt. Rein sachlich.

 

Mag. Ruhsam: In diese Richtung könnte es hinkommen. Das war ja auch vor zehn Jahren der Grundgedanke, dass man so eine Plattform schafft, in der die Industrie gemeinsam mit dem Handel zum Beispiel "Österreichische Schlafwochen" organisiert. Wo alle teilnehmen und wo man das Thema österreichweit kommunizieren kann. Aber es ist halt damals an verschiedensten Interessenslagen gescheitert. Ich bin schon überzeugt, dass es eine gute Geschichte wäre eine solche Plattform zu haben, um das Image der Matratze und die Wichtigkeit eines gesunden Schlafes beim Konsumenten zu stärken, aber wie gesagt gibt es derzeit keine Bemühungen und keine Tendenzen ist eine diesbezügliche Richtung. Oder vorsichtig und positiv formuliert: Wenn sich eine starke und neutrale Stelle findet, die so etwas koordiniert und eine ebenso starke und neutrale Persönlichkeit dahinter steht, dann würden wir uns von sembella das anschauen.

 

 

SCHLAFFORSCHUNG

Männer und Frauen sind verschieden

Frauen und Männer sind unterschiedlich. Das zeigt sich zum Beispiel in der Mode oder in der Gender Medizin. Dass der unterschiedliche Körperbau aber auch im Schlaf eine Rolle spielt, haben die Schlafexperten von sembella genauer erforscht.

Gender Medizin beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Bedürfnissen von Frauen und Männern auf gesundheitlicher und medizinischer Ebene. Beispielsweise muss man bei der Dosierung von Medikamenten auf die unterschiedlichen Stoffwechselvorgänge und Stressfaktoren von Männern und Frauen achten. Auch was den Schlaf betrifft, gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau.

Die Medizinische Universität Wien hat in einer Studie herausgefunden, dass Frauen, ohne Partner neben ihnen, weitaus besser schlafen und bei Männern ist das wiederum genau umgekehrt. Das liegt vermutlich daran, dass schon in Urzeiten die Mutter-Kind- Konstellation beim Schlafen gang und gebe war. Wenn dann so ein "Riesenkind" neben der Frau liegt, werden diese Instinkte geweckt und veranlassen die Frau, es (unbewusst) zu beschützen. Das wiederum führt zu einem unruhigeren Schlaf.

In einer weiteren Studie zeigte sich, dass Frauen auch viel empfindlicher auf äußere Einflüsse, beispielsweise auf Termine, Arbeit oder Wochenende, reagieren.

 

Unterschiedliche Anatomie

Nun hat auch sembella Schlafkultur durch intensive Beratungsgespräche mit den KundInnen herausgefunden, dass Männer und Frauen aufgrund der unterschiedlichen Anatomie angepasste Matratzenformen brauchen.

Frauen haben schmale Schultern und ein breiteres, schwereres Becken als Männer. Bei Männern ist es genau umgekehrt, die haben breitere, schwerere Schultern und ein schmaleres Becken als Frauen.

Aufgrund der wabenförmigen Anordnung von Schaumstoffelementen, die unterschiedliche Stauchhärten aufweisen, passt sich die sembella Matratze genau dem menschlichen Körper an.

Bei der Woman Matratze gibt es einen schmalen Schulterteil und dafür einen breiteren Beckenteil. Das bedeutet, dass die Frau im Beckenteil besser einsinken kann, da dieser schwerer und breiter ist. Bei der Men Matratze ist der Beckenteil nur sehr schmal angelegt und dafür der Schulterteil sehr breit, damit der Mann besser im Schulterteil einsinken kann.

Zusätzlich gibt es einen festeren Lordosebereich (Lendenwirbelsäule) bei der Men Matratze, da Männer häufiger mit Bandscheibenproblemen kämpfen als Frauen. Das bedeutet, dass die Halswirbel und Lendenwirbel bei der Men Matratze mehr gestützt werden und bei der Woman Matratze es eine leichtere Unterstützung gibt.

Durch diese neuen Matratzeneigenschaften können Mann und Frau ergonomisch richtig liegen, was zu einem erholsamen Schlaf führt. "Für sembella Man und sembella Woman mit einem Kern aus absolut hochwertigem Kaltschaum setzen wir das Modernste ein, was die Schnitt-Technologie heute zu bieten hat: Damit können spezielle Waben in die Matratze integriert werden, die unterschiedliche Raumgewichte bzw. Stauchhärten aufweisen.

Genau damit gelingt es uns, Frauen und Männern exakt die für sie passenden Liegequalitäten zu bieten", beschreibt sembella-Schlafberaterin Manuela Mayr die neue Serie.

Ein Merkmal des Überzugs ist, dass die Borderkante verhindert, dass beim Aufeinandertreffen zweier Matratzen eine "Besucherritze" entsteht.