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Der von vielen befürchtete Insolvenz-Tsunami ist nicht nur ausgeblieben, die Zahlen der Unternehmenszusammenbrüche sind sogar im einstelligen Bereich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 zurückgegangen. Hans-Georg Kantner, Insolvenzexperte des KSV1870: „Die Krise ist für Österreichs Wirtschaft weit glimpflicher verlaufen, als in anderen europäischen Ländern.“
Kantner weiter: „ Das liegt daran, dass wir ein sehr wohlhabendes Land sind, aber auch an der raschen und beherzten Reaktion der Politik. Jedoch ist der Zenit noch nicht überschritten. Der erste Ansturm ist bewältigt, aber eine zweite Welle an Insolvenzen wird nicht vermeidbar sein. Sie kommt wohl erst, wenn der Aufschwung sich verstärkt hat und die Zinsen angehoben werden.“
Pleiten auch ohne Krise
Im Jahr 2009 war vor allem das erste Halbjahr von einem intensiven Zuwachs an Insolvenzen geprägt – es waren aber praktisch ausnahmslos Unternehmen, deren Zusammenbruch nichts oder nur wenig mit der Krise zu tun hatte. Es waren vorwiegend jene betroffen, die bereits zu hohe Schulden mit sich geschleppt hatten oder schon vor dem Jahr 2008 Verluste geschrieben hatten.
Die Entwicklung bedeutet ein Minus von 8,2 % bei den eröffneten Insolvenzverfahren, die davon betroffenen Arbeitsplätze sind sogar um rund 27 % zurückgegangen. Die von diesen Verfahren betroffenen Verbindlichkeiten sind gleichfalls mit ca. 20 % deutlich gesunken. Auch die mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge waren rückläufig, sodass insgesamt die Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2010 um 7,5 % unter dem Wert des Jahres 2009 liegen.
Prognose ist nicht zu halten
Prognosen, die die Zukunft betreffen, bergen ja bekanntlich ein Risikopotenzial. Im Angesicht der europäischen Entwicklung, schleppend anlaufender Wirtschaftsdaten und heraufdämmernder Schuldenkrisen mancher europäischer Länder erschien Ende 2009 ein unmittelbar bevorstehender Rückgang der Insolvenzzahlen undenkbar und unbegründbar. Im Gegenteil: Die Zuwachszahlen anderer europäischer Länder im zweistelligen Bereich ließen auch für Österreich eine etwas heftige Entwicklung für 2010 erwarten.
Aus der Perspektive der Jahresmitte 2010 lässt sich also ein weiterer Zuwachs, gar einer im Ausmaß um oder über 10 %, nicht aufrecht erhalten. Es wird vielmehr das Jahr 2010 etwas unter dem Niveau von 2009 zu liegen kommen, selbst wenn der Herbst noch eine Zunahme an Fällen mit sich bringt – was regelmäßig der Fall ist.
Die Insolvenzstatistik des KSV1870 für das 1. Halbjahr 2010 mit allen dazugehörigen Grafiken und Tabellen können Sie H I E R downloaden
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