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"Geschäft mit Möbel über das Internet ist marginal"

08.02.2018

Regelmäßig trifft sich wohninsider mit Mag. Andreas Kreutzer vom Branchenradar.com um die Marktentwicklungen in unserer Branche zu hinterfragen. So auch dieser Tage für eine Einschätzung des kommenden Jahres.


Mag. Andreas Kreutzer (rechts) im Gespräch mit wohninsider Herausgeber Gerhard Habliczek.

Mag. Kreutzer: "Dass der Anteil am Onlinegeschäft bei Möbeln über zehn Prozent hinaus kommt kann ich mir nicht vorstellen". Fotos: wohninsider/Lilly Unterrader

Eine seiner Aussagen (das gesamte Interview lesen Sie in unserer kommenden Printausgabe, erscheint am 23.02.18) das Geschäft mit Möbel über das Internet ist und bleibt marginal.

Viel Fehlinformation und Glaubenssätze beherrschen das Thema Online-Handel. "Wenn das Geschäft nicht geht, reden sich viele auf den Online-Handel aus. Doch viele der Zahlen die da und dort kolportiert fehlt jeder Bezug zur Realität."

Anlass genug für Mag. Kreutzer ab 2018 in allen Auswertungen des Branchenradars das Thema Online-Handel detailliert zu behandeln. Ein Fehler, dem hier viele aufsitzen, sei, so Kreutzer, dass Click&Collect nicht dem Online-Handel zuzurechnen sei. Denn: "Ein Wesen des Distanzhandels ist, dass die Bestellung von einem anderen Ort als dem Geschäft getätigt und die Ware zugestellt werden müsse. - Alles andere gehört schlichtweg nicht dazu."

So kursierten in der Branche sogar Zahlen von 9% Online-Anteil bei Möbeln, aber 400 Mio Euro Umsatz im Online-Bereich sei schlicht unmöglich. "Never ever kommen wir dahin", so Kreutzer.Nicht einmal, wenn man Wohnaccessoires und Click&Collect hinzurechne, würde man diese kolportierte Summe erreichen. Seinen Analysen zufolge gestaltet sich die Situation derzeit nämlich so:
2016 wurden von privaten Haushalten im Internet Möbel um 64 Mio Euro eingekauft. Demnach lag der Onlineanteil bei 2,3 Prozent. Für 2017 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, aber man kann den Schätzungen zufolge von einem deutlichen Anstieg auf über drei Prozent Online-Anteil ausgehen. Deutlich höher ist dieser Anteil bei Wohnaccessoires alleine mit etwa sieben Prozent. Jedoch sei auch dieser Wert im Branchenvergleich etwa zu Bekleidung mit 36% relativ gering. Auf Warengruppen hinunter gebrochen sind bei Möbel vor allem Matratzen und Kleinmöbel, Stühle und Tische relevant. Bei Matratzen etwa habe sich der Anteil im letzten Jahr verdreifach. Kaum Bewegung gibt es bei Stauschränken, Betten oder gar Küchen. Denn das ist für die Anbieter ein großes Risiko, da es ja laut Fernmeldeabsatz-Gesetz ein sehr großzügiges Rückgaberecht gibt, welches für den Konsumenten eine kostenlose Abholung ohne Angabe von Gründen garantiere. "Wer will das Risiko eingehen, dass sich der Konsument eine Küche bestellt, dabei vielleicht auch noch falsch Maß nimmt und nach zwei Wochen sie wieder abholen lässt?" So verkaufe auch etwa IKEA, der Vorreiter in Sachen Selbstvermessung und Montage, praktisch keine Küchen über den Online-Handel.

Und, so Kreutzer bilanzierend: "Ja, die Anteile im Online-Handel steigen in den vergangenen Jahren rasch. Aber und unter den aktuellen Rahmenbedingungen kann ich mir nicht vorstellen, dass in Summe der Anteil am Onlinegeschäft bei Möbeln über zehn Prozent hinaus kommt."

www.branchenradar.com 

 

 

 








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