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  Sie sind hier: Online-News > Mai 2010 > Warum gehen Firmen pleite?

Warum gehen Firmen pleite?

Warum gehen Firmen pleite? Die Ursachenanalyse des KSV1870 beleuchtet Jahr für Jahr die Umstände und Ursachen für die eingetretenen Insolvenzen bei Unternehmen. Dabei ordnen die Experten des KSV1870 jeder Insolvenz eine von 18 Gründen (Insolvenzursachen) zu. Daraus lassen sich dann Untersuchungen - vor allem im zeitlichen Verlauf - anstellen. So wird auch die Frage der unternehmerischen Verantwortung und der Versäumnisse beleuchtet.

 

Wären nicht 80 Prozent der Insolvenzen auf unternehmensinterne Ursachen zurückzuführen, dann müsste man sich fragen, wozu es eigentlich der Unternehmensleiter bedarf. Die Unternehmen könnten ja auch auf „Autopilot“ geschaltet werden. Der hohe Anteil von 80 Prozent stellt nun nicht primär den Unternehmern ein schlechtes Zeugnis aus, sondern beleuchtet deren Verantwortung und deren wichtige Funktion im Unternehmen. Denn es gehen jährlich nur knapp 2 Prozent der aktiven Unternehmen in Österreich pleite – mehr als 98 Prozent der Unternehmen bestehen und bewähren sich Jahr für Jahr. Und dort hat das Management wohl auch zumindest 80 Prozent Anteil am Erfolg.  

 

Ein Wort des Dankes und der Anerkennung  

Ganz im Einklang mit dem Welttag der Frau (8. März) oder des Kindes (20. November) oder der Beseitigung der Armut (17. Oktober), könnte auch ein Welttag des Unternehmers in Betracht gezogen werden (In China wurde z. B. der 21. April zum Jahrestag der Unternehmer ausgerufen). Denn wer hilft denn, die Armut zu beseitigen? Menschen wollen keine Geschenke: weder vom Arbeitsamt oder der Wohlfahrt, noch von der UNICEF oder anderen sozialen Einrichtungen. Die Bevölkerung braucht Jobs, Unternehmen brauchen Umsatz und die Wirtschaft Kaufkraft. Und das ermöglichen weltweit freie Unternehmer mit ihrer Energie und ihrem persönlichen Einsatz.  

 

Verantwortung und Schuld im Unternehmen  

Unternehmer bzw. Manager tragen im Unternehmen die Verantwortung für alles, was geschieht und was unterbleibt. Sie haben diese Verantwortung im Rahmen der Gesetze, also rechtlich einwandfrei wahrzunehmen und sie sind den Behörden für eine ganze Latte von Berichten, Angaben und Erklärungen verantwortlich. Alles soll pünktlich, vollständig und richtig eingereicht werden – und daneben soll noch ein Unternehmen möglichst mit Gewinn durch turbulentes Gewässer gesteuert werden. Die Unternehmer tragen also für alles die Verantwortung, aber beileibe nicht die Schuld in einem straf- oder haftungsrechtlichen Sinn.

 

Solche Unternehmer gibt es bedauerlicherweise auch: Sie machen mit ca. 9 Prozent einen doch nur geringen Teil der Insolvenzen aus, wobei davon 6 Prozentpunkte tatsächlich auf betrügerische Handlungen entfallen. Das sind – grob gesprochen – vorsätzlich herbeigeführte Insolvenzen. Typisches Beispiel dafür sind die vielen betrügerischen Bauinsolvenzen – vor allem ein Phänomen in der Bundeshauptstadt Wien. Die nachstehende Übersicht zeigt den Langzeitverlauf, der beim „persönlichen Verschulden“ den Eindruck erweckt, dass die Unternehmer in diesen Jahren anständiger geworden wären:

 

“Man kann jedes Unternehmen vor einer Pleite bewahren, aber nicht alle“. Damit ist gemeint: Durch Geschick, rechtzeitiges kompetentes Reagieren auf Veränderungen, Einfühlungsvermögen und Weitblick des Unternehmers kann eine Insolvenz tatsächlich Jahr für Jahr von Unternehmen abgewendet werden. So ein Unternehmen lebt dann sozusagen „ewig“ und schlägt damit die Statistik. Das kann aber nicht von allen Unternehmen geschafft werden. Irgendwer muss aber letztlich pleite gehen. Das ist nachgerade ein Naturgesetz des Wettbewerbs. Hinterher allerdings kann man dann sagen, was im Einzelfall falsch gemacht worden ist. Denn es haben ja viele, viele Unternehmen offenbar in vergleichbarer Situation richtig gehandelt. Es werden niemals alle Unternehmer einer Branche insolvent, sondern immer nur jene, die schon vorher Probleme hatten, Verluste geschrieben und zu viele Schulden geschultert hatten.

 

Kommentar zur KSV1870 Insolvenzursachenstatistik von Dr. Hans-Georg Kantner.

 

www.ksv.at