Staatspreis Design 2026 verliehen

Er ist absolutes Highlight der heimischen Designszene, Ritterschlag und Aushängeschild für die Kreativen: Der Staatspreis Design. Vor kurzem hieß es: „And the winner is …“

Nur alle zwei Jahre wird der Staatspreis Design vergeben und ist daher eine ganz besondere Würdigung für die österreichischen Designer:innen und deren top Leistungen, die nicht nur hierzulande, sondern auch über die Grenzen hinaus ihre kreativen Impulse entfalten. Vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) ausgelobt und von designaustria, Wissenszentrum und Interessenvertretung für Design in Österreich. Organisiert, war es vor kurzem wieder soweit: Am 16. April wurde der Staatspreis Design 2026 im außergewöhnlichem Rahmen des MuseumsQuartier Wien feierlich in drei Hauptkategorien sowie die Sonderpreise vergeben – und es war ein spannendes Rennen angesichts der zahlreichen top Produkten und Projekten, die eingereicht wurden.

 

Starkes Feld, starkes Zeichen
 

Insgesamt 176 Einreichungen von 130 Gestalter·innen nahm die hochkarätig besetzte, internationale Jury unter die Lupe und schlussendlich wurden 31 Projekte in den Hauptkategorien „Konsumgüter“, „Investitionsgüter“ und „Produktgestaltung Interior“ bzw. in den Sonderkategorien „Spaces & Environment“ sowie „Design Concepts“ ausgezeichnet. Mit dieser Fülle positionierte sich die 51. Edition des Staatspreis Design einmal mehr als Gradmesser für eine Haltung, die Tradition als Grundlage für Innovation versteht. Von der Wiener Moderne bis zur Gegenwart zeigt sich ein durchgängiger Anspruch: die Verbindung von Form, Funktion und gesellschaftlicher Verantwortung.

Spots on: Die Winner
 

Ist schon eine Nominierung eine Auszeichnung für sich und wurden darüber hinaus auch erstmals Produkte und Projekte mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ hervorgehoben, wurden schlussendlich in jeder Kategorie die Besten der Besten mit dem Staatspreis Design 2026 gekürt.

In der Kategorie „Konsumgüter“ wurde der Wasserhahn „SafeTap“ von EOOS mit dem Staatspreis Design 2026 ausgezeichnet.

„SafeTap ist ein herausragendes Beispiel für Social Design im Bereich der Konsumgüter, das mit minimalen Mitteln maximale globale Wirkung entfaltet. Als radikal einfaches Tool adressiert er eine der drängendsten Herausforderungen in wasserarmen Regionen. Besonders der Dosiermechanismus überzeugt: Ein intuitiver Handgriff schont die kostbare Ressource und ermöglicht dennoch gründliche Hygiene. Durch die universelle Kompatibilität verbindet der Entwurf ökologische Konsequenz mit sozialer Verantwortung.“ - Jurybegründung

Den Preis in der Kategorie „Investitionsgüter“ erhielt Johannes Geisler für „LifeTaq – Tissura“, ein Laborgerät, das zur Reduktion von Tierversuchen beiträgt, den Staatspreis Design 2026.

„Tissura übersetzt komplexe Biotechnologie in ein exzellentes industrielles Gesamtsystem. Die Jury würdigt die formale Kohärenz, die wissenschaftliche Innovation nicht nur umhüllt, sondern als funktionale Struktur erst anwendbar macht. Ein herausragendes Beispiel für Design, das den Weg für ethische Forschung und globalen Impact ebnet.“ - Jurybegründung

In der Kategorie „Produktgestaltung Interior“ überzeugte „Regal Tonda“ von Johannes Scherr für Grüne Erde und wurde mit dem Staatspreis Design 2026 bedacht.

„Das Regalsystem folgt einer konsequenten Ein-Material-Strategie, welche die ästhetische Ruhe des Objekts betont. Besonders beeindruckend ist die innovative Stecklogik: Dass ein hochstabiles Möbel ohne jegliche Beschläge funktioniert, macht den Aufbau zu einem intuitiven Erlebnis. Das naturbelassene Holz schafft zudem eine multisensorische Qualität, die man riechen und fühlen kann.“ - Jurybegründung

Mit dem Sonderpreis „Spaces & Environment“ des Staatspreis Design wurde „Zukunft ist gut: Eine Schule wird zur Guten Stube“ geadelt, ein Low-Budget-Projekt zur Gestaltung eines generationenübergreifenden Raums im Bregenzerwald.

„Mit diesem Projekt wird eine Low-Budget-Konversion gewürdigt, der mit minimalen Mitteln eine vollständige atmosphärische Metamorphose gelingt. Statt klischeehafter Jugendästhetik setzt die Gestaltung auf eine unaufgeregte Qualität, die Räume öffnet. Herausragend ist der kollaborative Prozess, durch den ein Ort hoher Resonanz entstand, der soziale Teilhabe beispielhaft vorlebt.“ - Jurybegründung

Kreative Konzepte
 

Der Sonderkategorie „Design Concepts“ wurde gleich an vier top Kreationen verliehen, die noch auf ihre Markteinführung warten. Den Staatspreis Design 2026 in dieser Kategorie holten sich Katja Posch, David Soche, Franziska Kerber und Dominik Scherrer ab.

 

Einen Staatspreis Design 2026 in der Sonderkategorie „Design Concepts“ holte sich Katja Posch für und mit „MALU“ ab, einem energieschonenden Kühlsystem für urbane Wohnräume.

„Mit MALU wird das Problem der Überhitzung von Innenräumen durch eine beeindruckend schlichte Lösung adressiert. Die Jury beeindruckte die Rückbesinnung auf die Verdunstungskühlung – eine antike Technik, die hier in eine zeitgenössische, ästhetische Form übersetzt wurde. Das Objekt bietet einen funktionalen Impact auf die Architektur, verpackt in hohe skulpturale Qualität.“ - Jurybegründung

Über einen Staatspreis Design 2026 in der Sonderkategorie „Design Concepts“ durfte sich auch David Soche mit „CropKit“, einem smarten Mikrotraktor für kleinbäuerliche Landwirtschaft, freuen.

„Eine visionäre Lösung für die Landwirtschaft. Die Jury beeindruckte die intelligente Kombination aus kompakter Bauweise und einem hochflexiblen Zubehörsystem, das eine individuelle Anpassung ermöglicht. Durch die Verbindung von menschlicher Arbeitskraft und smarter Automatisierung fördert der Entwurf die Autonomie der Landwirt·innen und stärkt gleichzeitig die ökologische Verantwortung.“ - Jurybegründung

Der Staatspreis Design 2026 in der Sonderkategorie „Design Concepts“ erging zudem an Franziska Kerber für „Pape - paper electronics“, eine Materialinnovation zur Vermeidung von Elektroschrott.

„Pape begegnet der Krise des Elektroschrotts mit einer kreislauffähigen Produktarchitektur. Die Jury würdigt den ganzheitlichen Ansatz, bei dem sich das System am Ende seines Lebenszyklus nahezu autonom in seine Ressourcen trennt. Indem Nutzer·innen aktiv in den Aufbau einbezogen werden, wird Materialität begreifbar. Ein visionärer Beitrag zum Circular Design.“ - Jurybegründung

Ebenfalls mit einem Staatspreis Design 2026 in der Sonderkategorie „Design Concepts“ wurde Dominik Scherrer für „Closed Loop Footwear“, ein modulares Schuhkonzept für die Kreislaufwirtschaft, bedacht.

„Dieser Schuh definiert Langlebigkeit durch Modularität neu. Besonders hervorgehoben wurde die handwerklich präzise Ausführung: Die markante Seilführung dient nicht nur der Struktur, sondern erzeugt eine eigenständige, haptisch spannende Ästhetik. Damit gelingt die Verbindung von praktischer Nachhaltigkeit mit einem modernen Look für eine designbewusste Zielgruppe.“ - Jurybegründung

Im Rampenlicht
 

Ehre, wem Ehre gebührt, wurden die prämierten Projekte nicht nur bei der Verleihung des Staatspreis Design 2026 vor den Vorhang geholt, sondern stehen zudem bei der Ausstellung „Best of Austrian Design“ im Spotlight, die am Preisverleihungsabend im designforum Wien eröffnet wurde, dort noch bis 21. Mai 2026 läuft und dann im designforum Vorarlbeg (8. Juni bis 27. August) sowie im wei sraum | designforum Wien (22. September bis 23. Oktober 2026) zu sehen ist.