wohninsider 2.2026

02.2026 | April/Mai | wohninsider.at 83 RAUM : OBJEKT Richtet es sich ausschließlich an Frauen? M. Fürnkranz: Vordergründig klingt es so, unsere Initiative und Zusammenarbeit zielt aber natürlich nicht nur auf Frauen ab. Wir arbeiten gerne mit Männern zusammen, die wertschätzen, wie Frauen arbeiten und dass sie viel Know-how mitbringen. Wir bündeln unsere Expertise für größere Projekte als wir sie alleine, als weiterhin eigenständige Innenarchitektinnen, schaffen könnten. Das erste Projekt läuft auch bereits. S. Haindl: Das funktioniert wirklich gut, weil wir ähnliche, ja sogar gleiche Lösungsansätze haben. Außerdem können wir auch auf unsere Netzwerke zurückgreifen, damit vervielfacht sich die Kraft und wir bieten gemeinsam noch mehr Mehrwert für unsere Kund:innen. Haben Frauen andere Wünsche und Bedürfnisse bei Interior Design? M. Fürnkranz: Es gibt keine ‚weibliche‘ oder ‚männliche‘ Innenarchitektur. Die weibliche Ansicht wird aber oft nicht so wahrgenommen oder sogar abgetan. S. Haindl: Frauen werden meistens andere Attribute zugeschrieben, zum Beispiel Textilien oder die Wandgestaltung auszusuchen. Damit werden sie in eine Schublade gesteckt. Martina und ich sind beide technisch extremst versiert und noch immer sind Handwerker davon überrascht. Warum sollte es anders ein? Für uns ist es selbstverständlich, dass wir als Innenarchitektinnen in allen Bereichen fit sind, uns informieren und über den Tellerrand hinaus schauen, um die perfekten Lösungen für unsere Kund:innen zu finden, auch wenn es manchmal nicht einfach ist. Es ist schade, wenn viel Geld investiert, aber nicht das wunschgemäße Ergebnis erzielt wird. Das liegt oft auch gar nicht mal am Faktor Weiblichkeit, sondern wir sehen auch die Gewerke in der Pflicht und fordern in unserem Arbeitsalltag aktiv ein, was möglich ist. Das ist unsere Aufgabe, die wir als Innenarchitektinnen per se und mit plan. uniek/studio auch gemeinsam ausspielen. Was bedeutet euch dieses gemeinsame Projekt? M. Fürnkranz: plan.uniek/studio ist unser Herzensprojekt. Jede von uns ist selbst in der Innenarchitektur aktiv und erfolgreich, kennt die Herausforderungen und Hürden, und mit plan.uniek/studio supporten wir jetzt vor allem Frauen. S. Haindl: Es trägt auch unser beider Handschrift. Schon bei unserem ersten gemeinsamen Projekt sind wir noch einen Schritt weitergegangen und es zeigt sich unser Zugang. Wir wollen unterstützen, begleiten, stärken und am Ende des Tages geht es darum, dass die innenarchitektonische Gestaltung gut ausschaut, funktioniert, und alle Wünsche und Bedürfnisse abdeckt. Das ist unser Ansporn und Anspruch, unabhängig vom Geschlecht, aber mit besonderem Fokus auf Frauen. Gibt es eine gemeinsame DNA als plan.uniek/studio? M. Fürnkranz: Wir sind nicht „all in“ gegangen und haben keine eigene Firma gegründet, sondern sind weiterhin Einzelunternehmerinnen. Mit plan.uniek/studio haben wir ein Dach für unser gemeinsames Tun, mit eigener Website, eigenem Branding. Was uns beide, einzeln und zusammen, auszeichnet, ist die starke Lösungsfokussierung, wie wir an Projekte herangehen, der aktive Diskurs mit den Kund:innen und der Dialog zwischen uns, in dem noch bessere Lösungen entstehen, weil wir uns mit unseren Ideen, unserer Erfahrung und Innenarchitekturkompetenz gegenseitig bereichern. „Female empowerment“ braucht Leuchttürme. Seht ihr euch als solche in der Innenarchitektur? S. Haindl: Das hatten wir nicht als Ziel und war uns auch nicht bewusst. Wir wünschen uns für die Zukunft, dass das Geschlecht in der Innenarchitektur bei den Professionisten wie den Kund:innen keine Rolle mehr spielt. www.planuniek.studio Top Team: Bei der Installation des Bo:IA im Rahmen der VIENNA DESIGN WEEK 2025 arbeiteten Sabrina Haindl und Martina Fürnkranz bereits eng zusammen. „Wir schaffen einen ‚safe space‘ für Frauen.“ Sabrina Haindl Foto diese Seite: © Bo:IA/Sabrina Haindl

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