03.2026 | Juni/Juli | wohninsider.at 17 BRANCHENTALK Manche sagen, er hätte eine ganz untypische, andere meinen, eine Bilderbuch- Karriere hingelegt: Alfred Janovsky. Seit 1999 ist er, der weder Studium noch Matura hat, wie er eingesteht, bei AEG Electrolux an der Spitze und seit knapp 40 Jahren in der Weißwaren-Branche. „Ich kam aus einem Bundeskonvikt für Knaben und hab dann – meiner Mutter zuliebe – die Handelsschule abgeschlossen, wo rundherum nur Mädchen waren“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Für Ablenkung war in der Schule gesorgt und so startete der junge Janovsky früh in sein Berufsleben bei Foto Nettig, wechselte später durch Anraten eines Schulfreunds in den Außendienst von Fussenegger Dekor Trachtenstoffe. In Summe war der Job jedoch unbefriedigend. Und so war es auch der gleiche Freund, der Janovsky den Einstieg in die Weißwaren-Branche eröffnete: „Er hatte bei Tyrolia, die Firma wurde damals gerade von elektrabregenz aufgekauft, angefangen, mit dem Hinweis, die würden auch jemanden für den Außendienst im Osten suchen. Also bin ich – komplett ahnungslos, denn meine Jugend bestand aus einem Gasherd und einem Standkühlschrank – 1987 zu elektrabregenz gekommen.“ Die Geburtsstunde der Setpreisliste Das Unternehmen war damals top-aufgestellt, erzählt er, allerdings nur im Elektrohandel. Es folgte ein weiterer Wendepunkt in seiner Karriere: „Ich war bei einem Elektrohändler in der Buckligen Welt unterwegs und in der Mittagspause habe ich mich im Ort umgesehen, ein Möbelhaus mit viel Glas und großer Küchenausstellung entdeckt. An der Front dominierte das Logo von Siemens, also bin ich reingegangen und hab den Verkäufer gefragt, ob er vielleicht Geräte von elektrabregenz in die Ausstellung nehmen möchte. Ich legte ihm meinen Katalog hin, woraufhin der mich konsterniert ansah, mir den Katalog zurückschupfte und meinte: ‚Das brauch ich nicht, ich möchte mich nicht zum Deppen blättern.‘“ In diesem Moment hatte Janovsky schließlich die nötige Eingebung: „Haben’S eine Schere? Was brauchen Sie? Einen Einbauherd, ein Kochfeld, einen Geschirrspüler? Das hab ich dann auf einen Zettel geklebt, den Katalogpreis dazugeschrieben und einen Setpreis kalkuliert. Das war zugleich auch die Geburtsstunde der Setpreisliste.“ Die Ambition war von Erfolg gekrönt, wie er berichtet, damit einher ging auch ein neuer Blickwinkel – der Vorlauf, das Bestellen mit Termin, das die Kollegen aus dem Elektrohandel so nicht kannten. Die weiteren Schritte waren vorprogrammiert, „ich habe dann nur noch Möbelhandel in Ostösterreich gemacht." Drei Jahre später war Janovsky Verkaufsleiter für ganz Österreich, als elektrabregenz sich von Wien trennen und die Zentrale nach Schwaz in Tirol verlegen wollte. „Ich kannte damals schon meine Frau Susan und wir haben überlegt, was wir tun sollen. Dann kam über einen Headhunter das Angebot von Electrolux Österreich, wo ich nach kurzem Überlegen am 1. Februar 1999 begonnen habe.“ Nur auf Elektro fokussiert Auch hier erwartete ihn ein AHA-Erlebnis: „Das zentrale Thema waren Waschmaschinen, Einbau war de facto nicht vorhanden, es gab keine Listung in einem Möbelverband, alles war auf den Verkauf über die damalige Elektrohandelskette Cosmos fokussiert.“ Janovsky weiter: „Ich hatte schlaflose Nächte, wusste, ich muss alles umbauen. Natürlich habe ich meine Kontakte genutzt, war u.a. bei Leiner und holte mir wieder eine Abfuhr. Also machte ich dem damaligen Einkaufsleiter ein konkretes Angebot: ‚Geben Sie mir ein halbes Jahr Zeit, wenn es euch dann taugt, listet unsere Geräte. In dem Fall hätte ich dann gern im Sommerschluss-Verkaufsprospekt die Rückseite mit der DAN-Küche mit unseren Geräten drinnen.‘“ Bei der DAN-Hausmesse gab es dann, so Janovsky, für viele Händler ein weiteres Überraschungsmoment. „Warum sind da jetzt AEG-Geräte drinnen und zwei Backöfen nebeneinander? Will DAN das nun in jedem Outlet mit AEG?“ AEG war in aller Munde, der Bann gebrochen. Im Möbelfachhandel war das Unternehmen damit wieder gut positioniert, und für den Elektrohandel holte Janovsky seinen Freund Poldi Saric ins Haus. „Wir waren ein wunderbares Team – er hat das einfach toll gemacht. Sein früher Tod ist noch immer ein sehr emotionales Thema für uns.“ Also hast du immer den Kunden gefragt: Was brauchst du eigentlich? „Ja, mein großer Vorteil war, ich war niemals voreingenommen. Ich habe immer genau zugehört und war offen.“ Schnell war klar: „Wir brauchen mit AEG ein Produkt, mit dem » Seit 1. Juli offiziell im Amt: Anton Pilz übernimmt die Nachfolge von Alfred Janovsky als Geschäftsführer der AEG Electrolux Österreich. Janovsky über seinen Nachfolger: „Mein erster Eindruck ist supergut. Es kommt mir so vor, als tickt er ganz ähnlich wie ich.“ Foto links: AEG, Fotos diese Seite: Lilly Unterrader/wohninsider
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