04.2026 | August/September | wohninsider.at 47 DESIGN : TRENDS dass meine Kund:innen das genauso empfinden. Ich bekomme viel persönliches Feedback, das ist der Ritterschlag für einen Designer! Wie gelingt es, sich auf einem durchaus gesättigten Markt mit einer neuen Marke zu positionieren? Diese Überlegung habe ich in der Vorbereitung auch angestellt, weil es ja wirklich tausende Trinkgläser gibt. Vor dem Launch habe ich die Produkte Freund:innen, potenziellen Kund:innen und Branchenexpert:innen gezeigt, Feedback eingeholt und positive Resonanz erhalten. Das größte Lob war die Aussage, dass ich in der Masse an Produkten eine Innovation geschaffen habe. Die Auszeichnung mit dem BIG SEE-Award 2025, für den ich nominiert wurde, mit dem Red Dot Design Award 2026 für Bloom und German Design Award 2026 für Coupette, haben mich weiter beflügelt. Ich war auch Teil des Austria Design Palazzo auf der Milan Design Week 2026. Worin liegt der Erfolgsschlüssel? Das Geheimnis des Erfolges liegt darin, etwas zu schaffen, das innovativ und einzigartig ist, das eine Seele hat. Die Gläser sind auch nicht nur optisch innovativ, sondern auch haptisch. Haptik spielt in unserer digitalen, schnellen Zeit eine zentrale Rolle. Durch das Noppendesign lässt sich das Glas entspannt halten, es schafft einen Moment des Genusses, rutscht nicht und ist somit auch für den täglichen Gebrauch geeignet. Jede Noppe ist bewusst und präzise positioniert, wenn man so will, entspricht es einer sanften Akupressur. Zudem macht es das Glas extrem stabil, während der obere Rand ohne Struktur und in bestimmtem Abstand gestaltet wurde, damit gut aus dem Glas getrunken werden kann. Welche Kund:innen hast du im Blick? Es ist ein Glas, das für alle gedacht und gemacht ist. Meine Zielgruppe sind designaffine Konsument:innen, die schönes Design und gutes Handwerk zu schätzen wissen. Wie werden die Produkte vertrieben? Einerseits spreche ich Endkonsument:innen direkt auf Messen und mit meinem Webshop an, andererseits ist ICHIGO.Vienna im hochwertigen Handel präsent. Ich bin etwa FORMDEPOTPartner, habe Kooperationen mit dem KaDeWe, Albin Denk und Yachtausstattern. Das möchte ich weiter verstärken und suche Fachhändler:innen in Österreich und international. Die dritte Vertriebssäule ist die Gastronomie. Zum Beispiel bereichern meine Gläser das Restaurant im Refugium Lunz, aber auch renommierte Bars in Wien und Berlin, wo auch Signature-Cocktails zu und mit meinen Produkten kreiert wurden. Warum gerade Glas und Glasdesign? Ich habe seit jeher eine hohe Leidenschaft für den Werkstoff Glas, habe aber vorher nie etwas mit Glasproduktion zu tun gehabt. Es war „learning by doing“. Wäre ich aus der Glasproduktion gekommen, würde es dieses Glas vermutlich nicht geben, weil viele Produzenten es nicht für realisierbar gehalten haben. Die Noppen sind so gestaltet, dass sie maximal Licht reflektieren. Die Gläser sind ein komplexes Design, hochwertig und gleichzeitig alltagstauglich. Viele Konsument:innen haben eine Scheu, so hochwertige Produkte im Alltag einzusetzen. Aber was bringt ein Glas, das mehr in der Vitrine steht als am Tisch? Mein Antrieb und Ziel ist immer elegantes und alltagstaugliches Design. www.ichigovienna.com „Schönes Design ist für mich die Kombination von Funktionalität, Ästhetik und Emotionalität. Ergänzt um die handwerkliche Produktion, steht es für mich für bewussten Konsum.“ ICHIGO.Bloom, Vase und Dekanter in Designunion, ergänzt die Kollektion. © Arin Rapuš „Die Faszination für Japan begleitet mich generell im Prozess des Entwerfens. Minimalismus, Zeitlosigkeit, absoluter Fokus auf Ästhetik und Funktion und das in höchster Qualität sind die prägenden Kriterien, gepaart mit glamouröser europäischer Tischkultur.“ Mit von der Erdbeere inspirierter Noppe als Signature-Element, faszinieren die Gläser optisch und haptisch. © Arin Rapuš
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