wohninsider Februar-März 2026

01.2026 | Februar/März | wohninsider.at 21 BRANCHENTALK wohninsider: Welche Bedeutung hat das Thema Raumduft? Lisa Köstl: Das Thema Duft per se hat eine lange Tradition und vor allem Raumduft spielt seit vielen Jahren und Jahrzehnten eine Rolle, vor allem auch im Retail-Bereich. Duft war und ist immer Kommunikation. Im FORMDEPOT haben wir eine eigene philosophische Leitthese dazu entwickelt, die uns auszeichnet und antreibt. Das Thema ist von großer Bedeutung. Duft ist ein unsichtbares Gestaltungselement, das nicht dekorativ, sondern atmosphärisch wirksam ist. Damit er seine volle Wirkung entfalten und nachhaltig mit einem Unternehmen, einer Marke, eine Schauraum verbunden wird, braucht es eine intensive Auseinandersetzung. Es ist entscheidend, die eigene Identität zu kennen, zu wissen, wer damit angesprochen und abgeholt sowie welche ‚Message‘ vermittelt werden soll. Erst dann kann mit den vielfältigen Nuancen gespielt und der individuelle Duft kreiert werden, der sich mit seiner ganzen Botschaft bei den Kund:innen einprägt. Multisensorische Wahrnehmung verstärkt Erinnerung, Bindung und emotionale Resonanz. Das olfaktorische, das den Geruchssinn ansprechende Erlebnis bleibt. Genau dieser Duft weckt später Erinnerungen, schafft Wiedererkennungswert und ist Teil der ‚Brand Experience‘. Beim Thema Duft werden, ähnlich wie bei Raumkonzepten und Interieur, oft Trends verfolgt und dabei darauf vergessen, dass das Dufterlebnis eine ganz eigene Reise, ein individueller Weg ist, ganz gleich ob bei privaten Kund:innen, in Schauräumen, in Restaurants. Welchen Weg beschreitet das FORMDEPOT? Duft ist Teil der kuratorischen Haltung des FORMDEPOT. Wir setzen beim Duftkonzept nicht im Raum an, sondern bei den Materialien, die bei uns nicht nur gesehen, sondern gerochen, gespürt und gehört werden. Das Zusammenspiel der Materialien erzeugt eigene olfaktorische Nuancen. Holz mit Beton wirkt zum Beispiel anders als Holz mit Stoff. Die Naturmaterialien reagieren aufeinander und entwickeln gemeinsam subtile, vielschichtige Geruchsbilder, die wir unbewusst wahrnehmen und die sich nachhaltig einprägen. Das zeigt sich bei uns oft in der Materialbibliothek und der Reaktion von Kund:innen auf die Moodboards, die je nachdem ob sie mehr holz-, metall-, stoff- oder steinlastig sind, eine ganz andere Wirkung haben. Räume entstehen nicht durch das, was wir sehen, sondern durch das, was wir wahrnehmen. Materialität entfaltet ihre wahre Qualität erst im Zusammenspiel aller Sinne. Duft ist kein Zusatz, sondern eine leise Sprache des Raumes. Er verbindet Erinnerung, Emotion und Präsenz. Im FORMDEPOT verstehen wir Gestaltung als multisensorische Resonanz – dort, wo Material, Mensch und Atmosphäre in Beziehung treten. Gibt es einen „Signature-Duft“? Es gibt Überlegungen, eigene Düfte zu kreieren, und wie gewohnt verfolgen wir einen besonderen Ansatzpunkt. Aktuell setzen wir im FORMDEPOT auf eine Produktlinie von Saint Charles Apothecary, einem österreichischen Unternehmen mit ähnlichem Werteverständnis und Duftkompositionen primär aus österreichischen Inhaltsstoffen. Das sind wichtige Punkte und die gewählte Linie unterstützt und ergänzt Produkte, Materialien und Feeling im FORMDEPOT, überpowert sie nicht, und hat von von Anfang an mit den Räumen resoniert. Es muss „matchen“? Ja, erst dann entsteht ein Erlebnis mit ganz viel Tiefe. Oft setzen Showrooms auf ein klassisches Raumduftkonzept und Standarddüfte. Das führt selten zum gewünschten Erfolg und holt die Kund:innen nicht ab. Meine über 20jährige Erfahrung bei der Gestaltung von Räumen und Schauräumen zeigt, dass es individuelle, maßgeschneiderte Düfte braucht, um ein nachhaltig einprägsames Erlebnis mit Wiedererkennungswert Portrait links: © Andreas Waldschütz, Fotos diese Seite: oben © Fotografie Gabriel Buechelmeier, unten © RK Media „Das olfaktorische, das den Geruchssinn ansprechende Erlebnis bleibt. Genau dieser Duft weckt später Erinnerungen, schafft Wiedererkennungswert und ist Teil der ‚Brand Experience‘.“ Im FORMDEPOT treffen sich Architektur und Interior Design, Material auf Kreativität. Mit eigener philosophischer Leitthese setzt das Duftkonzept des FORMDEPOT bei den Materialien an. »

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