22 wohninsider.at | Februar/März | 01. 2026 BRANCHENTALK zu schaffen. Das hat auch der Hospitality-Bereich zunehmend erkannt und setzt sich viel intensiver damit auseinander. Seit wann gewinnt das Thema an Bedeutung? Schon 2012 hat die Fashion-Industrie es wieder entdeckt, die Haute Parfümerie erlebt einen Aufschwung und seit gut zehn Jahren kommt es auch immer stärker in der breiten Masse an. Diese Entwicklung ist auch in Österreich bemerkbar. Was zeichnet einen guten (Schau-)Raumduft aus? Welchen Einfluss hat er auf den Verkauf? Duft sollte das Produkt und die Botschaft des Unternehmens, die transportiert werden soll, niemals überlagern, sondern nur unterstützen. Das ist die große Kunst. Duft erscheint oft als „Add-on“-Thema, ist es aber nicht, sondern gehört im Prozess, bei der Raumgestaltung, beim Design ganz nach vorne, weil damit so viel bewirkt werden kann. Die individuelle Duftentwicklung ist die Extrameile, die zu gehen sich lohnt. Ich würde Duft allerdings nicht als klassisches Marketing- und Verkaufstool sehen und einsetzen. Duftkonzepte spielen auf anderer Ebene eine entscheidende Rolle, indem sie erklären können, was gezeigt, gemacht, gelebt wird. Das schafft einen besonderen Zugang, indem Kund:innen, seien es Architekt:innen und Interior Designer:innen oder private Interessenten, das Material, das Design, den Anspruch und die Marken-DNA besser wahrnehmen können. Das gilt auch im Hospitality Design. Duft transportiert ein Gefühl, ist ein Service an den Kund:innen und schafft unbewusst, ruhig und klar Individualität, was vor allem in einer Zeit, wo vieles gleich ist und die digitalen Entwicklungen für immer mehr Dynamik und pausenlos neue Reize sorgen, entscheidend ist. Ein Thema mit viel Potenzial für die Zukunft? Es ist ein riesiges, zu wenig beachtetes Thema und immer wieder faszinierend, was Räume, Multisensorik und vor allem Duft mit uns macht. Er hat enorme Wirkung. Das Thema Duft und sein Effekt wird von Marken und Unternehmen, in Schauräumen, Monobrandstores, Hotellerie, Gastronomie noch zu wenig erkannt und auch von der Industrie kaum aufgegriffen. Es wird verkannt, was mit dieser Extrameile alles möglich ist. Es gibt ganz viel Luft nach oben. Multisensorik ist ein Zukunftsthema in Planung, Gestaltung und Markenräumen. Die Frage an die Branche ist und bleibt: Warum sprechen wir über Materialien meist nur visuell? www.formdepot.at „Duft sollte das Produkt und die Botschaft des Unternehmens, die transportiert werden soll, niemals überlagern, sondern nur unterstützen. Das ist die große Kunst.“ Vielfältig sinnliches Erlebnis: Die Materialbibliothek. Duft solle Produkt, Marken- und Unternehmensbotschaft unterstützen, nicht „overpowern“, so Lisa Köstl. Im FORMDEPOT gelingt dies mit einer Produktlinie von Saint Charles Apothecary (Bild links). Moodboards entfalten je nach Materialienwahl unterschiedlichen Effekte. Fotos diese Seite: © Aaron Jiang
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