wohninsider Februar-März 2026

01.2026 | Februar/März | wohninsider.at 25 DESIGN : TRENDS Liegt der Schlüssel in puristischem Design? Gemäß dem Credo „reduce to the max“? Durchaus, es kann aber eben auch zu viel Reduktion sein. Es ist ein schmaler Grat. Als Designer sind wir nur die Geburtshelfer eines Produkts, das schlussendlich am Markt funktionieren und auch preislich attraktiv sein muss. Gutes Design muss nicht per se teuer sein. Es muss sich vor allem nahtlos in die Umgebung einfügen, und das über viele Jahre hinweg. Nicht zuletzt auch, weil in Österreich im Schnitt Bäder nur alle 27 bis 32 Jahre renoviert werden. Badgestaltung ist wie heiraten. Es ist eine große Entscheidung. Dessen sind wir uns bewusst und das spiegelt sich in der Formensprache wider. Mit LAUFEN PRO X gibt es eine neue Kollektion, die in diese großen Fußstapfen tritt. Wie lässt sich ein solch erfolgreiches Design in die Zukunft überführen? Wir haben uns angeschaut, wie sich der aktuelle Wohnmarkt entwickelt. Wohnungen und Räume werden kleiner, auch die Bäder und es braucht andere Lösungen. Es gilt, mehr Stauraum auf kleinerer Fläche unterzubringen, und das Thema der Rituale nüchtern zu betrachten. Eine Badewanne wird künftig nicht mehr in jedem Bad Platz finden, stattdessen wird es eine Dusche, die dann großzügiger ausfällt, geben. Wasser wird immer knapper, auch diese Tatsache können wir als Gestalter nicht negieren, sondern müssen darauf reagieren. Gleichzeitig nützen wir bei LAUFEN PRO X die modernen Fertigungsmöglichkeiten, die auch das Design beeinflussen, weil es noch klarer, präziser realisiert werden kann. Die Flexibilität in der Gesamtsortimentierung behalten wir bei und ergänzen die Kollektion mit Entwicklungen, die es heute braucht. Zum Beispiel einen Spiegelschrank, den wir entsprechend den modernen Bedürfnissen entworfen haben und neu aufleben lassen. Erstmals haben wir auch Armaturen entwickelt, um unsere Gestaltungsidee auch hier fortzuführen. Welche Rolle spielen Material und Nachhaltigkeit? Auch beim Material gibt es große Fortschritte, beispielsweise kann Ausschuss bei der Keramikproduktion wiederverwendet werden. Diese Lösungen müssen industrialisiert werden, damit die Produkte erschwinglich sind. Wenn Nachhaltigkeit doppelt so viel kostet, wird es kein Erfolg. Es braucht Lösungen, die auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten angenommen werden. Vor allem aber braucht es Unternehmen mit einer klaren Vision und Haltung, und Menschen mit der Leidenschaft, Weg und Produkt auch bis zum Ende zu denken. Das gelingt LAUFEN und es macht mir unheimlich Spaß, für eine solche Firma tätig zu sein und als Designer Wertschaffendes zu generieren. Mir geht es nicht nur um Design per se. Ich bin ein Vertreter der Relevanz. Es reicht nicht, nur ein neues Design zu erschaffen, sondern es geht um die Seele eines Unternehmens, die sich auch in den Produkten widerspiegelt. Worin liegt die Seele modernen Baddesigns? Wir formen ja den Gebrauch von Wasser und sind die Schnittstelle vom Wasser zum Menschen. Wasser ist Lebenselixier, ein immer rareres Gut, wir müssen also verantwortungsvoll damit umgehen. Wir können lange über Design, über Waschbecken, Dusche, Wanne reden. Wenn es kein Wasser gibt, ist das alles obsolet. Wir müssen daher Lösungen entwickeln, die weit über das Thema Bad hinausgehen, sich um die Ressource Wasser und den Umgang damit drehen Gestalter:innen müssen sich Gedanken machen, welchen Beitrag sie leisten können. Es geht nicht immer um noch eine neue Kollektion und mehr vom Gleichen, sondern um ein Design, das Wasser in bester Form und ressourcenschonend zu Menschen bringt. Diese Philosophie ist für uns und LAUFEN nicht neu, es braucht aber mehr mehr Initiativen von allen Branchenplayern, damit sich nicht nur eine kleine Elite solche Produkte leisten kann, und für Endkonsument:innen kein Unterschied in der Funktionalität besteht. Design muss in jeder Hinsicht funktionieren. www.laufen.co.at Next generation: Die Komplettbad-Kollektion PRO X von LAUFEN. Mir geht es nicht nur um Design per se. Ich bin ein Vertreter der Relevanz. Es reicht nicht, nur ein neues Design zu erschaffen, sondern es geht um die Seele eines Unternehmens, die sich auch in den Produkten widerspiegelt.“ „Wasser wird immer knapper, auch diese Tatsache können wir als Gestalter nicht negieren, sondern müssen darauf reagieren.“

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