50 wohninsider.at | Februar/März | 01. 2026 KÜCHE wohninsider: Frau Mag. Eder, bitte erzählen Sie uns etwas zu den Anfängen und der Entwicklung von KI bzw. dessen Einsatz bei Miele. Monika Eder: Wir beschäftigen uns bereits seit Jahren mit Künstlicher Intelligenz. Unser erstes Kochfeld mit einem neuronalen Netz haben wir bereits 2015 auf den Markt gebracht. Der Algorithmus stellt sicher, dass eingestellte Temperaturen unabhängig vom Kochgeschirr konstant bleiben. So brennen Speisen kaum noch an. Heute spielt Künstliche Intelligenz bei der Transformation von Miele eine zentrale Rolle. Wir betrachten sie nicht als Trend, sondern als strategische Kompetenz, die jeden Bereich unseres Unternehmens betrifft. In welche Richtung wird aktuell geforscht? Innerhalb von Miele gibt es unterschiedliche Fachbereiche und Initiativen, zentral und dezentral, die sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz und möglichen Anwendungsbereichen beschäftigen. Ein Beispiel: Mit dem Miele AI & Data Hub (kurz: „AID-Hub“), der sich aus Spezialist:innen unterschiedlicher Fachbereiche zusammensetzt, besitzt Miele seit 2022 eine zentrale Instanz, die Expertise rund um die „Datenförderung“ bündelt – von der Datenstrategie bis zur Architektur, von Analytics bis KI-Produkt. Die Kolleg:innen des AID-Hubs unterstützen alle Fachbereiche bei Miele. Diese Initiative wird ergänzt von den Expert:innen bei Miele X, unserem globalen Hub für digitales Marketing und Sales in Amsterdam. Sie kümmern sich beispielsweise darum, dass Künstliche Intelligenz auch in unserer Customer Journey und in unserem Webshop stattfindet. KI wird nicht nur bei Küchengeräten in der Nutzung durch die Konsumenten, sondern auch etwa in der Endkontrolle der Produktion eingesetzt. Bitte beschreiben Sie die wichtigsten Einsatzpunkte von KI in Ihrem Unternehmen etwas genauer. Von der Produktentwicklung bis zum Kundenservice unterstützt uns KI dabei, schneller, kreativer und effizienter zu werden. So setzen wir trainierte KI ein, um Routineaufgaben wie Schichtplanung und Qualitätskontrolle zu unterstützen, und wir erforschen generative KI, um neue Produktideen und Marketinginhalte zu entwickeln. Diese Technologien verändern bereits jetzt unsere Arbeitsweise und die Art und Weise, wie wir unsere Kunden bedienen. Das Beispiel aus Ihrer Frage heißt „MAOKII“, kurz für „Miele automatisierte Oberflächen KI Inspektion“, ist eine unternehmensintern entwickelte Anwendung, die in der Waschmaschinenproduktion mit KI-Unterstützung fehlerhafte Fronten erkennt. Mittels Bildverarbeitung und Modellerkennung identifiziert das System Produktionsfehler frühzeitig und sorgt dafür, dass nur einwandfreie Teile weiterverarbeitet werden. Zusammengefasst, welchen Nutzen ziehen Sie/Miele/die Konsumenten aus der KI und was erwartet uns in naher oder etwas weiterer Zukunft? Wir beobachten, dass Konnektivität und künstliche Intelligenz nicht mehr nur Funktionen sind – sie werden zu grundlegenden Erwartungen unserer Kund:innen. Bei Miele gestalten wir diesen Wandel mit, aber wir tun dies auf eine Weise, die unsere Werte widerspiegelt: intelligent, zielgerichtet und nutzerorientiert. Für uns geht es beim AI Home der Zukunft nicht um auffällige Features, also Funktionen, sondern darum, ein vernetztes Ökosystem zu schaffen, das Menschen in ihrem Alltag unterstützt und gleichzeitig unserem Versprechen von Qualität und Langlebigkeit treu bleibt. www.miele.at Das gesamte Interview finden Sie online unter: kurzlinks.de/eiqg Fotos: Miele Miele Österreich-GF Monika Eder. KI IN HAUSHALTSGERÄTEN „Intelligent, zielgerichtet und nutzerorientiert“ Bei Hausgeräte-Herstellern wie Miele ist KI bereits seit vielen Jahren gelebte Praxis. Im Gespräch mit wohninsider erläutert Österreich-Geschäftsführerin Monika Eder die Anfänge und die Entwicklung der Articifial Intelligence sowie den praktischen Nutzen für den Kunden. Von Lilly Unterrader Mit Smart Food wird Essen zubereiten leicht gemacht und gelingt punktgenau. THEMA: KI
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