62 wohninsider.at | Februar/März | 01. 2026 WOHNEN wohninsider: Wie läuft es bei der Österreichische Matratzen Allianz? Roman Eberharter: Wir haben das erste volle Vereinsjahr hinter uns und in dieser Zeit schon einige Akzente gesetzt, sind um zahlreiche neue Mitglieder gewachsen, darunter ‚big player‘. Außerdem stehen wir mit anderen Verbänden wie der EBIA, der Europäischen Bettenindustrie, dem deutschen Fachverband Matratzenindustrie e.V. und dem Schweizer Verband in regem Austausch. Die ÖMA ist ein Best Practice-Beispiel dafür, dass sich eine ganze Branche bewusst und aktiv eines Themas annimmt und es gemeinsam anpackt. Welche Initiativen wurden bislang gesetzt? Im letzten Jahr war unser Schwerpunktthema digitaler Produktpass (DPP). Dazu haben wir einige Veranstaltungen gemacht, um unsere Mitglieder zu informieren, sensibilisieren und mobilisieren. Das ist wichtig, weil er in der europäischen Gesetzgebung festgeschrieben ist, definitiv kommen wird und dann umgesetzt werden muss. Bei einem Workshop im Climate Lab haben wir uns intensiv damit beschäftigt und einen Leitfaden für unsere Mitglieder erarbeitet, wie sie den Produktpass optimal implementieren können. Auch nach außen hin zeigt sich die Matratzen Allianz Präsenz. Unter anderem haben wir One-Pager gestaltet, um Mitglieder, Unternehmen, Endkund:innen und Politik kurz und knackig zu informieren, und wir haben uns auch bei Messen und anderen Veranstaltungen präsentiert. Haben sich gemeinsame Projekte ergeben? Es sind einige interessante Kooperationen zwischen den Mitgliedern der Matratzen Allianz entstanden. Zum Beispiel haben Betten Eberharter, das MCI Innsbruck und die Firma Daka über die ÖMA zusammengefunden und letztes Jahr ein Projekt für eine zirkuläre Matratze beim Land Tirol als Kooperationsförderung eingereicht und erfreulicherweise den Zuschlag erhalten. Was steht für 2026 auf der Agenda? Unsere Arbeit geht kontinuierlich weiter, auch auf politischer Ebene. 2026 widmen wir uns einigen großen Punkten, unter anderem EPR, der erweiterten Herstellerverantwortung, die ja mit dem digitalen Produktpass zusammenhängt, der uns weiter bewegt. Wie stark ist Kreislaufwirtschaft in der Matratzenbranche schon angekommen? Das Bewusstsein wächst, in der breiten Masse ist sie noch nicht angekommen. In einer Branche, die mit Umsatzrückgängen und steigenden Kosten kämpft, hat Nachhaltigkeit nicht den Stellenwert, den sie haben sollte. Nur: Die Gesetzgebung für Circular Economy bleibt, die Regelungen werden kommen. Wer sich jetzt schon damit beschäftigt, hat einen Startvorteil, Informationsvorsprung, mehr Zeit und Ruhe, um alles Erforderliche zu implementieren, und damit bessere Chancen. Welche Rolle spielt das Thema KI beim Thema Matratze? Bei der Matratzen Allianz ist sie aktuell kein Thema, in den Betrieben schon. Ich sehe KI aber als große Chance für Unternehmen in allen Größen und Branchen. Sie bietet bei standardisierten Prozessen, im Vertrieb und in der Ressourcenplanung großes Potenzial, aber Handwerk kann sie nicht ersetzen. Handwerk wird Handwerk bleiben. www.matratzen-allianz.at „Die ÖMA ist ein Best Practice-Beispiel dafür, dass sich eine ganze Branche bewusst und aktiv eines Themas annimmt und es gemeinsam anpackt.“ Roman Eberharter, Obmann der ÖMA und GF der Betten Eberharter GmbH. ÖMA Leuchtturm mit Power für mehr Die Österreichische Matratzen Allianz macht sich seit gut einem Jahr für die Branche und zirkuläre Innovationen stark. Sie zeigt, was mit gemeinsamer Stärke möglich ist, und hat nach einem intensiven, aktiven, erfolgreichen Premierenjahr weiterhin viel vor, so Roman Eberharter, Obmann der ÖMA. Von Sylvia Pilar Die Matratzenallianz arbeitet an diesen Schwerpunktthemen: Gemeinsam können wir viel bewegen. Werden Sie jetzt Mitglied! office@matratzen-allianz.at Kräfte bündeln für die Matratzenbranche Vertretung & Vernetzung in Österreich, DACH-Raum & EU Gemeinsame Projekte für mehr Kreislaufwirtschaft Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit Wir stärken die „Marke Österreich“, setzen auf Kooperation und sorgen für einen Informationsvorsprung. Wir arbeiten an zentralen Themen wie: zirkulären Design-Kriterien, einem freiwilligen EPR-System und dem digitalen Produktpass. Wir steigern die öffentliche Wahrnehmung für Kreislaufwirtschaft und zeigen Best Practice Beispiele aus der Branche auf. Themen Regelmäßiger Austausch mit Matratzenverbänden, Ministerien und Mitgliedern zu neuen Entwicklungen und Synergien. Laufende Finanzierung und Projektentwicklung in Forschungskonsortien und dem Ministerium (BMLUK). Starke Öffentlichkeitsarbeit u.a. durch Webauftritt, Präsentationen bei einschlägigen Veranstaltungen und Social Media Präsenz. Folgen Sie uns auf Linkedln! Ausblick Aktivitäten 2024 2025 2026 2027 2029 2029-2030 ESPR Verordnung tritt in Kraft Matratzen priorisiert in ESPR Arbeitsplan Einrichtung EU-weitem DPP Register Arbeitsgruppe (ESPR) für Matratzen startet Delegierter Rechtsakt für Matratzen erlassen DPP Nutzungspflicht für Hersteller in Kraft 2027-2029 EPR Verpflichtung (Einjährige Transition) 1. Zirkuläres Design (ZD): Designkriterien für zirkuläre Matratzen entwickelt und Empfehlungen für Überarbeitung der Umweltzeichenkriterien abgegeben. Weiterentwicklung mit Mitgliedern als Vorbereitung für die Anforderungen der Ökodesignverordnung geplant. 3. Erweiterte Produzentenverantwortung (EPR): Bewusstseinsbildung, ÖMA Stellungnahme, Ausschreibung mit BMLUK für Umsetzungsplan für Österreich, laufender Stakeholderdialog (Anforderungen mit Mitgliedern erarbeitet). 2. Digitaler Produktpass (DPP): Einbringen der Expertise und Bedarfe der Mitglieder in BMLUK Projekt: Bedarfserhebung Matratzenbranche, Bewusstseinsbildung, Leitfaden zur Unterstützung von KMUs in Vorbereitung für die Umsetzung der notwendigen Digitalisierung für den DPP, Vorträge, “ÖMA Infohours”. Kurz, knapp, knackig: Ein One-Pager informiert die ÖMA über Themen, Aktivitäten und Ziele. Portrait © Die Fotografen, Grafik © Österreichische Matratzen Allianz
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