01.2026 | Februar/März | wohninsider.at 65 WOHNEN Kreationen der österreichischen Duftmanufaktur Günsberg. Das Unternehmen mit Sitz in St. Pölten hat sich mit seinen Signature Düften auf die individuelle Beduftung von Studios, Büros, aber auch Hotels spezialisiert. Jedem Unternehmen seine Note Beatrix Schlaffer-Günsberg, sie führt seit 2017 gemeinsam mit ihrem Mann Patrick die gleichnamige Duftmanufaktur, erläutert im Gespräch mit wohninsider: „Es ist neurowissenschaftlich bewiesen, dass durch Düfte Emotionen im Gehirn gespeichert werden können. Zudem leitet der Geruchssinn Impulse direkt und am schnellsten ins Gehirn, ist dort mit dem limbischen System verbunden, das für Erinnerungen und Gefühle zuständig ist.“ – Für die Unternehmerin ist es daher nur naheliegend und logisch, dass in Reisebüros, Banken, aber gerade auch im ImmobilienBereich – im Zuge von Homestaging etwa – , oder bei Einrichtung immer mehr und bewusster auf Düfte gesetzt wird. Mehr Umsatz durch Wohlgerüche Dabei stützt sich Günsberg auf wissenschaftliche Grundlagen. Die Unternehmerin unterrichtet auf der NDU in Krems Studenten der Innenarchitektur von der Kunst der olfaktorischen Gestaltung. „Mehrere Studien zeigen, dass wohlriechende Gerüche eine Umgebung begünstigen, in der man sich wohlfühlt. Dadurch steigt die Kommunikations-Bereitschaft, die Aufenthaltsdauer und in weiterer Folge auch die Produkt-Kontaktbereitschaft.“ Aber, setzt sie nach: „Ich sag dann immer meinen Kunden mit einem Zwinkern: Den Umsatz müssen trotzdem ihre Vertriebsleute abschließen.“ Von der Idee zur olfaktorischen Marke Mit ihren Signature-Düften haben es sich die Günsbergs zur Aufgabe gemacht, den Logos ihrer Kunden eine weitere – wohlriechende – Dimension zu verleihen. „Unsere Düfte sollen Teil der Markenidentität werden.“ Anhand eines Moodboards entwickeln sie gemeinsam mit ihren Kunden die gewünschte Note, berücksichtigen die Zielgruppe, die Werte des Unternehmens und „natürlich muss der Duft mit der Inneneinrichtung harmonieren“, erläutert sie. In weiterer Folge begleitet sie die Entwicklung des passenden Dufts dann über mehrere Wochen. Besonderheit und USP: Bereits ab 200 Einheiten kann Günsberg exklusive Kleinserien mit einer individuellen Note fertigen, wie sie ausführt. Als Gesamtprojekt verstehen Wesentlich sei bei der Duftentwicklung, dass dies als gesamtheitliches Projekt verstanden wird, unterstreicht Günsberg. „Die Führung des Unternehmens muss darin ebenso involviert sein wie das Marketing, oder bei größeren Unternehmen sogar der Betriebsrat.“ Ein Duft müsse von der Chefetage mitgetragen und entsprechend bei den Mitarbeitern kommuniziert werden. Denn, was für den einen wohlriechend, kann in seltenen Fällen für den anderen störend sein. Plus: „Alle Düfte – und das ist auch ein wesentliches Qualitätsmerkmal – müssen mit entsprechenden Sicherheitsdokumenten ausgestattet sein.“ Duft ist wichtiger als Licht Bei den Möblern setzt man sich mit diesem Thema schon lange auseinander. So etwa macht eine Erhebung von Ikea den klaren Zusammenhang von Duft und Wohlbefinden deutlich. Günsberg erläutert: „Die unterbewusste Bedeutung von Duft auf das menschliche Erleben in der Architektur ist klar erkennbar. Sie wird bewusst von einigen Architekt:innen in ihren Werken eingesetzt, da es ein sehr einflussreiches Instrument der architektonischen Wahrnehmung ist. Eine Studie, an derer 12.000 Menschen beteiligt waren und im Jahr 2007 von Ikea in Auftrag gegeben wurde, hat ergeben, dass für 40 Prozent der Duft ihr Zuhause ausmacht. Dies macht den Geruch zum größten Faktor, im Vergleich zu Licht (30 Prozent), taktilen Eindrücken (22 Prozent) und Geräuschen (19 Prozent). (Quelle: IKEA Life at Home Report) Eine Meinung, die auch Wolfgang Kogler zur Gänze teilt: „Ein Duft kann sofort ein Gefühl von Geborgenheit, Frische oder Luxus auslösen, noch bevor wir das Produkt überhaupt rational bewertet haben. – Im Idealfall sorgt er in der Folge für Wiedererkennung, man denke nur an das typische Aroma in Abercrombie & Fitch- oder Apple-Stores …“ guensberg.at Fotos diese Seite: oben © Philipp Lipiarski/www.lipiarski.com, unten: Günsberg Überzeugte Kunden von Günsberg sind: • Wolfgang Koglers miosino – miosino.at • das Einrichtungshaus Pommer – www.pommer.at/wohnen • das Hotel Kaiserlodge – www.kaiserlodge.at • die TUI Reisebüros: Von den TUIReisebüros sind österreichweit von 64 Geschäftslokalen alle bis auf eines mit einem Günsberg-Duft ausgestattet. Die Geschäftsführerin sieht darin die breite Akzeptanz ihrer Arbeit widergespiegelt: „Hier zeigt sich, wie sehr der Duft von (fast) der gesamten Belegschaft mitgetragen wird. TUI hat darüber hinaus auch eine eigene Studie gemacht, wie positiv sich Düfte auf die Reiselaune der Kunden auswirken.“ Er setzt auf mehrere Sinne: miosino-Geschäftsführer Wolfgang Kogler mit Beatrix GünsbergSchlaffer. Bei der Entwicklung greifen die Günsbergs sowie ihre Parfumeure in Frankreich sowohl auf natürliche als auch synthetische Zutaten zu. „Synthetische Düfte haben viele Vorteile“, so Günsberg. THEMA: Duft
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