wohninsider April/Mai 2018

56 wohninsider.at KÜCHE wohninsider: Wie läuft derzeit das Küchen- geschäft in der oberen Liga? Manfred Preloschnik: In der oberen Liga läuft das Geschäft gut. Dramatisch ist aus meiner Sicht die Entwicklung in der geho- benen Mitte – also Küchen im Bereich von 25.000 bis 45.000 Euro. Dieser Bereich bricht ein. Darunter, so von 15.000 bis 25.000 Euro, funktioniert es wieder. Aber die Mitte löst sich auf. Das finde ich schade, denn in der ange- sprochenen Mitte habe ich immer gut ver- kauft. Ich konzentriere mich jetzt ganz nach oben, weil die billigen Küchen konnte ich nie bedienen. Das ist auch nicht meine Zielgrup- pe, dafür gibt es einen Ikea, Kika, Leiner, Lutz und wie sie alle heißen. Wie viele Küchen verkaufen Sie im Jahr? Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich mir die letzten zehn Jahre anschaue, dann habe ich immer so ungefähr den gleichen Umsatz plus/ minus kleinerer Unterschiede gemacht. Stark differenziert aber die Anzahl der Küchenmo- delle. Es gibt ein Jahr, da habe ich nur 17 Mo- delle verkauft, es gibt aber auch eines, da wa- ren es 37. Wie schafft man es in die Upperclass vorzustoßen? Was ist das Geheimnis? Es gibt eigentlich kein Geheimnis. Wenn man mit einer entsprechenden Kreativität extra- vagante und individuelle Planungen umsetzt, dann spricht sich das rasch herum und man wird sozusagen weitergereicht. 98 Prozent meiner Kunden kommen auf Grund von Wei- terempfehlungen. 50 Prozent meines Erfolges ist meine Kreativität und die zweite Hälfte ist, das kann ich gar nicht oft genug betonen, die perfekte Montage. Letzteres funktioniert nur, wenn du eine Top Truppe hinter dir hast. Wer macht bei Ihnen die Montagen und machen Sie nur in Küche, oder sehen Sie den gesamten Wohnraum? Ich arbeite mit einer Tischlerei in der Steier- mark zusammen und das seit vielen Jahren. Ich weiß was die können und das funktioniert zu hundert Prozent. Das ist das allerwichtigs- te an der ganzen Sache und wir haben Kun- den weit weg von Wien. Das Entscheiden- de bei Montagen ist ja nicht unbedingt dass nichts passiert, sondern das Entscheidende ist, dass wenn was passiert, es schnell und per- fekt eliminiert wird. Das ist vielleicht doch ein Geheimnis, weil man kann sich in der oberen MANFRED PRELOSCHNIK DIE MITTE BRICHT WEG Manfred Preloschnik ist seit heuer 30 Jahre in der Küchen- branche selbstständig. Und „Küche“ hat es ihm angetan. Er inszeniert seine Modelle – plant, verkauft und gestaltet diese – nicht selten jenseits der 100.000 Euro Grenze. Kunden hat er zum Beispiel in St. Tropez, Monaco, Moskau, Budapest, München also weit über die Grenzen Wiens hinaus. Seit wenigen Wochen hat er sein Studio „welcome to the kitchen“ in der Wiener Gumpendorferstraße neu adaptiert. wohninsider hat ihn besucht. V on G erhard H abliczek Manfred Preloschnik: Ein Hobby hat er zum Beruf gemacht, das heißt Küche. Sein Zweites ist sein Motorrad. Links: VALCUCINE NEW LOGICA offen. Rechts: LEICHT Bondi – Griff in Farbe der Küchenfront verschafft „grifflosen“ Eindruck. „Das Entscheidende bei der Montage ist, dass Fehler schnell und perfekt eliminiert werden.“

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