wohninsider Juni-Juli 2019
50 wohninsider.at | Juni/Juli | 03.2019 NETZWERKE E motionalität pur war es, was an den drei Tagen in den Iden des Mai in Stuttgart versprüht wur- de. Aus insgesamt 17 Ländern reisten mehr als 1.800 Partner aus Handel, Industrie und Presse an, um ihn zu feiern: Ernst-Martin Schaible, der vor nunmehr 40 Jahren DER KREIS im baden- württembergischen Weil gründete. An die- sem Wochenende konnte der Gründungsva- ter auf seine nunmehr 3.344 (3.012 waren es 2017) Mitglieder mit einem Gesamtumsatz 2018 von 3,68 Mrd Euro (plus 4% gegenüber 2017) voller Stolz blicken. Dass er auch nach 40 Jahren nichts von seinem Engagement und seinem Herzblut für sein Projekt verlo- ren hatte, brachte er immer wieder zum Aus- druck: „Mir ist jeder einzelne Unternehmer wichtig. Jedem einzelnen soll es gut gehen!“ Gleichzeitig blickte er auch zurück, auf das, was man schon erreicht hatte und wo man heute steht. So zitierte er eine aktuelle Erhe- bung, wie viel Verbraucher in Deutschland heute für ihre Küche auszugeben bereit wären: Stolze 20% der Unter-25-Jährigen würden demnach mehr als 20.000 Euro (!) in die Hand nehmen. Schaible mit strahlen- den Augen: „So weit haben wir es gebracht!“ Aktuell liegen die durchschnittlich erzielten Küchenverkaufspreise bei 13.015 Euro, was eine Steigerung von 0,8 Prozent im Ver- gleich zum Vorjahr bedeutet. Gemeinsam habe man sich das erarbeitet, und zwar, wie er, aber auch seine Mitglieder unterstreichen, mit einer gehörigen Portion Mut – Mut zum Anderssein. Schaible: „Wir sind anders, weil wir ein anders Publikum be- dienen, eben nicht 08/15.“ Oder, wie es auch Claudia Bauer, von Olina Küchen in Straß formuliert: „Hier darf jeder seinen eigenen Vogel haben, nein, es ist sogar erwünscht, dass man einen eigenen Vogel hat.“ Trotz- dem, im täglichen Alltag ginge schon viel Po- tenzial und Weitblick leider verloren, daher ermunterte er – anlässlich des 500. Todesta- ges von Leonardo DaVinci die möglicherwei- se verborgenen Qualitäten im eigenen Un- ternehmen zu suchen: „Hat nicht jeder von uns einen kleinen DaVinci in sich, den man nur wachrütteln muss?“ Anders sein, anders denken, den Rahmen sprengen, lautet seine und die Devise vieler seiner Mitglieder. Und das fange beim Grundlegenden an: „Ich den- ke, es ist Zeit für die Küche einen neuen Na- men zu finden. Vielleicht sollte man künftig von einem Erlebnisraum sprechen.“ Ort des Wunders Oder aber man nennt sie schlicht „Ort des Wunders“ (Zitat E. Heathcote) , wie es Zu- kunftsforscher Matthias Horx in seinem Vor- trag tat. Denn, sie sei der Ort, wo die Elemen- te zusammenfinden würden. Einerseits habe man eine starke Technisierung, aber auch eine Versmartphonung der Küche, denn die multi- funktionalen Arbeitswerkzeuge wollen schließ- lich so gut wie möglich versteckt sein. Gleich- zeitig nimmt Horx die Scheu vor der Zukunft: „Die Zukunft entsteht aus einem permanen- ten Wiederkehren des Alten in Kombination mit dem Neuen.“ Zudem erzeuge jeder Trend auch einen Gegentrend. Was sich jedoch über die Jahrtausende nie geändert hat und gerade für den Einrichtungshandel essentiell ist: „Die Menschen sind sinnliche haptische Wesen“. Zur Gemeinsamkeit aufgerufen hat auch der deutsche EU-Kommissar und ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger mit plakativen Worten. „Zwerge werden in den Vorgarten gestellt! Oder aber sie bilden ein Team und kontern DER KREIS Bewusst anders – seit 40 Jahren 40 Jahre DER KREIS war der schöne Anlass für die inter- nationalen Feierlichkeiten des Systemverbunds in Stuttgart Anfang Mai. Das Besonde- re und Gemeinsame in den Vordergrund rückend, waren neben Gründer Ernst-Martin Schaible rund 1.800 Gäste aus 17 Mitgliedsländern angereist. Man erfuhr einiges über den „eigenen DaVinci in sich“, warum der Begriff Küche längst ausgedient hat und man auch in Zukunft sicher kein 08/15 machen werde... V on L illy U nterrader Die Beiräte Markus Wachter (li), und Hans Fürst (re) mit Ernst-Martin Schaible. Eine emotionale und persönliche Rede hielt der langjährige Industriepartner und Miele-Miteigner Dr. Reinhard Zinkann. Für Zinkann ist Schaible „der Leuchtturm unserer Branche.“ DER KREIS Österreich-GF Martin Ober- wallner reiste mit seinen Partnern aus Salzburg an und nahm die gute Stim- mung gleich mit. Hier mit Matthias Reiter von Raumgestaltung Reiter GmbH aus Abtenau. Foto Zinkann: DER KREIS | weitere Fotos: Lilly Unterrader/wohninsider
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