Mit Blick auf die Baukonjunktur, bleibt diese – kurz und diplomatisch formuliert – herausfordernd:
„Die Perspektiven für die Baukonjunktur und den Immobilienmarkt sind derzeit wenig erfreulich, wenn nicht alarmierend. Die jüngsten Publikationen namhafter Institute, sowohl national als auch international, deuten auf keinen Aufschwung, sondern eher auf einen weiteren Rückgang hin. Impulse für den Neubau wären notwendig, sind derzeit aber nicht erkennbar. Zusätzlich wird die Logistik herausfordernder und das Verhalten der Kunden volatiler“ - Christoph Bawart, Vorsitzender der Österreichischen Parkettindustrie
Neue Anforderungen ...
Dazu gesellen sich weitere Herausforderungen. So informierte RA Dr. Helmut Liebel über die neuen rechtlichen Anforderungen an Umweltwerbung. Hintergrund ist die Novelle des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, die am 27. September 2026 in Kraft getreten ist. Eine wesentliche Änderung betrifft sogenannte allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „umweltschonend“, „bio“ oder „ökologisch“. Diese sind nur noch unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und müssen durch eine anerkannte hervorragende Umweltleistung gedeckt sein.
… und neue Regularien
Ein weiterer Schwerpunkt waren die neuen Vorgaben zur Förderung von Reparaturen. Zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1799 („Right to Repair“) wurden mit dem Warenreparaturrichtlinie-Umsetzungsgesetz unter anderem das Konsumentenschutzgesetz, das Verbrauchergewährleistungsgesetz und das Verbraucherbehördenkooperationsgesetz geändert. Die Änderungen traten am 1. Oktober 2026 in Kraft.
Heiße Themen
Weitere Tagesordnungspunkte waren die EU-Bioökonomiestrategie, die Vorbereitung auf die nächste Überarbeitung der OIB-Richtlinien sowie die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Kostenbelastungen für die Industrie, etwa durch hohe Lohnnebenkosten.
Traditionell engagiert sich die österreichische Parkettindustrie intensiv in der nationalen und internationalen Normung. Ing. Martin Dolkowski von der Admonter Holzindustrie AG berichtete über aktuelle Themen und Herausforderungen. Im Mittelpunkt standen die europäische und internationale Normung sowie der Acquis-Prozess zur Bauprodukteverordnung und dessen Auswirkungen auf Bodenbeläge.
Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt waren die europäischen regulatorischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Parkettindustrie. Im Fokus stand insbesondere die bevorstehende Anwendung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Diskutiert wurden die Änderungen gegenüber der ursprünglichen Fassung der Verordnung, die Anforderungen bei der Erstinverkehrbringung sowie die unterschiedlichen Verpflichtungen von Marktteilnehmern und nachgelagerten Marktteilnehmern.
Europäische Parkettbranche im Dialog
Abgeschlossen wurde die Sitzung mit einem Bericht von DI Josef Stoppacher über die 70. Generalversammlung des Europäischen Parkettverbands FEP und den 50. Europäischen Parkettkongress, die am 11. und 12. Juni 2026 in Madrid, Spanien, stattfanden. An dem gut besuchten Kongress nahmen auch zahlreiche österreichische Mitglieder teil und während sich der Blick bereits in Richtung der nächsten Veranstaltung in Split, Kroatien, richtet, wurde in diesem Zusammenhang insbesondere auch die geringe Repräsentanz nationaler Verbände im Europäischen Parkettverband FEP thematisiert.
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