Der Rundgang durch „The Living Light“ führt durch vier zentrale Lebensbereiche, in denen Licht als gestaltender und verbindender Faktor erlebbar wird.
„Home“
– Atmosphäre, Dynamik und Wohlbefinden
Der Rundgang beginnt im Raum „Home“, dem emotionalen Ausgangspunkt des Alltags, wo Licht als persönlicher Begleiter, der sich an Tageszeiten, Stimmungen und Bedürfnisse anpasst, erfahrbar wird. Unterschiedliche Lichtszenen übersetzen den Verlauf eines Tages – von ruhigen, warmen Morgen- und Abendsituationen über intensivere, aktivierende Lichtmomente bis hin zu einer nächtlichen Szenerie, die Dunkelheit bewusst zulässt. Die Besuchenden sind eingeladen, über eine Steuerung selbst Einfluss zu nehmen und die Lichtstimmung im Raum zu verändern. So wird Licht als Werkzeug erlebbar, das Geborgenheit schafft, Rückzug ermöglicht und emotionale Nähe unterstützt.
„Education“
– Licht als Motor für Motivation und Gesundheit
Im Bereich „Education“ steht die Frage im Mittelpunkt, wie Licht Lernräume positiv prägen kann. Lernen ist ein vielschichtiger Prozess, bei dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschiedliche Voraussetzungen, Wahrnehmungen und Konzentrationsformen mitbringen. In vier eigens gestalteten Raumsituationen werden verschiedene Lerntypen veranschaulicht: vom spielerischen und aktiven Lernen über digitale Ansätze bis hin zu disruptiven Lernformen, etwa bei ADHS oder besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen. Jede dieser Zonen nutzt gezielte Lichtstrategien, die von direkter und indirekter Beleuchtung über ruhige, diffuse Lichtszenen bis hin zu aktivierenden Akzenten reichen. So demonstriert die Installation, wie Licht Motivation steigern, Reizüberflutung reduzieren und individuelle Lernprozesse unterstützen kann.
„Work“
– Performance und Regeneration im Gleichgewicht
Der Themenraum „Work“ inszeniert den Arbeitsalltag als räumliche Erzählung. In einem streng geometrischen, nahezu konzentrierten Raum wird der Tagesverlauf eines Arbeitstages durch Licht sichtbar gemacht. Unterschiedliche Phasen wie Konzentration am Morgen, gedankliches Abschweifen zur Mittagszeit, Beschleunigung und Druck am Nachmittag sowie das allmähliche Zur-Ruhe-Kommen am Abend werden allein durch Licht, Rhythmus und Intensität erfahrbar. Im Zentrum steht ein Arbeitsplatz, der bewusst Unordnung zeigt. Er symbolisiert den Menschen innerhalb eines hochkontrollierten Systems. Licht wird hier nicht dekorativ eingesetzt, sondern übernimmt eine erzählerische Funktion: Es misst Zeit, erzeugt Spannung und macht emotionale Zustände sichtbar.