Der Kühlschrank als Tresor der Nährwerte
Für Dr. Fritz Treiber, Senior Scientist am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz, beginnt Lebensmittelqualität nicht im Supermarkt, sondern im Kühlschrank zu Hause.
Fritz Treiber: „Denn auch nach der Ernte bleiben viele Produkte biologisch aktiv: Vitamine, Antioxidantien und Aromen bauen sich weiter ab, Reifungsprozesse laufen fort. Kälte kann diese Vorgänge verlangsamen, weil niedrigere Temperaturen enzymatische Prozesse und mikrobielles Wachstum bremsen. Dadurch bleiben Frische, Geschmack und Nährstoffe länger erhalten.“
Gleichzeitig ist Kühlung nicht für jedes Produkt sinnvoll: Während Beeren, Blattsalate oder Milchprodukte gekühlt werden sollten, verlieren Tomaten, Bananen oder Kartoffeln durch zu niedrige Temperaturen an Aroma, Textur oder Qualität. Auch die Lagerung selbst spielt eine Rolle: Bestimmte Obstsorten wie Äpfel oder Bananen geben Ethylen ab, ein natürliches Reifegas, das benachbarte Lebensmittel schneller altern lässt. Treiber betonte daher, dass ein Kühlschrank heute weit mehr leisten muss als nur zu kühlen: Erst das Zusammenspiel aus präziser Temperaturführung, abgestimmten Lagerzonen, kontrollierter Luftfeuchtigkeit und gezielter Frischetechnologie entscheidet darüber, wie lange Lebensmittel ihren Nährwert behalten, ihre Qualität bewahren und nicht unnötig im Abfall landen.