BVDM: Plus-Minus in anspruchsvollem Marktumfeld 09.03.2026 16:46 Der Möbelhandel begegnet herausfordernden Zeiten, so der BVDM. Bei leichtem Gesamtrückgang, performten Küchenmöbel zuletzt positiv, andere Segmente weniger. Es gelte, die eigenen Potenziale zu nutzen, so Dirk Tesch.
 Dirk Tesch, Präsident des BVDM, zieht Bilanz und blickt in die Zukunft des Möbelhandels. Foto: BVDM Quo vadis, Möbelhandel? Den deutschen Möbelhandel stellte das Jahr 2025 jedenfalls erneut vor große Herausforderungen, wie der Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) mitteilt. Dies ist gewiss keine Überraschung, immerhin wirkten viele Belastungsfaktoren aus dem Vorjahr weiter fort, sodass die Branche weiterhin unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen agieren musste. „Trotz dieser Situation bleibt der Möbelhandel ein zentraler Bestandteil des Einzelhandels und spielt eine wichtige Rolle in der Lebenswelt der Verbraucherinnen und Verbraucher.“ – BVDM
Die aktuellen Marktdaten unterstreichen die angespannte Lage ebenfalls. Nach Berechnungen des IFH Köln ging das Marktvolumen im Möbelhandel (ohne Elektrogeräte) im Jahr 2025 leicht zurück: Der Umsatz sank von 25,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 25,4 Milliarden Euro, was einem Rückgang von rund 1,0 Prozent entspricht. Küchenmöbel top, alle anderen flop Innerhalb der einzelnen Warengruppen zeigt sich ein differenziertes Bild. Während sich der Küchenmöbelbereich vergleichsweise stabil entwickelte und ein leichtes Umsatzplus von 1,7 % verzeichnete, mussten andere Segmente Rückgänge hinnehmen. So lagen die Umsätze bei Polstermöbeln um 2,3 % unter dem Vorjahresniveau, Büromöbel verzeichneten ein Minus von 4,1 %. Auch der Bereich Matratzen einschließlich Rahmen und Lattenrosten ging um 2,2 % zurück, Gartenmöbel und sonstige Wohnmöbel verzeichneten einen Rückgang von 1,1 %. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass sich der Möbelhandel weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld bewegt“ - Dirk Tesch, Präsident des BVDM
„Insbesondere die schwache Entwicklung im Wohnungsbau, die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung sowie steigende regulatorische Anforderungen bremsen derzeit die Nachfrage. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam daran arbeiten, Investitionen zu erleichtern und den Wohnungsbau wieder stärker anzukurbeln“, so Tesch. Viele Einflussfaktoren Die Preissituation bleibt angespannt. Möbel sind nach wie vor kostenintensive Anschaffungen, während Kund:innen zunehmend preissensibel reagieren. Größere Investitionen in die Einrichtung werden häufig verschoben, Ausgaben fließen vermehrt in Reisen, Freizeitaktivitäten oder andere Konsumbereiche. Dieses Verhalten ist Ausdruck wirtschaftlicher Vorsicht und einer anhaltenden Verunsicherung hinsichtlich politischer und gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen. Zudem belasten umfangreiche regulatorische Anforderungen die Unternehmen wie die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben investieren – etwa im Zusammenhang mit entwaldungsfreien Lieferketten, dem Lieferkettengesetz oder weiteren nationalen und europäischen Regularien -, verbunden mit bürokratischem Aufwand, der Personal und Kapazitäten bindet. Auch die anhaltende Schwäche im Wohnungsbau wirkt sich spürbar auf die Nachfrage aus. Der Markt wird derzeit vor allem durch Renovierungen, Modernisierungen und Ersatzkäufe getragen, während die Investitionsbereitschaft im Neubausegment weiterhin verhalten ist. Zudem zeigt sich eine politische und wirtschaftliche Verunsicherung auf Seiten der Verbraucher:innen. Kaufentscheidungen werden häufig zurückgestellt, solange klare wirtschaftliche Impulse und stabile Rahmenbedingungen fehlen. Um die Konsumstimmung nachhaltig zu verbessern, sind verlässliche politische Signale, eine Stärkung des Wohnungsbaus sowie gezielte Fördermaßnahmen für Modernisierung und Sanierung von zentraler Bedeutung. Klare Forderung für positiven Entwicklungschub „Für das laufende Jahr gilt: Schaffen Politik und Wirtschaft stabile und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, gewinnt der Wohnungsbau wieder Dynamik und kehrt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher zurück, kann der Möbelhandel vorsichtig optimistisch auf 2026 blicken“, so Dirk Tesch weiter. „Gleichzeitig ist die Branche gefordert, ihre eigenen Potenziale konsequent zu nutzen – sei es durch Digitalisierung, die Weiterentwicklung von Sortiment und Service oder durch nachhaltige und innovative Angebote – um bei steigender Nachfrage bestens aufgestellt zu sein.“ - Dirk Tesch, Präsident des BVDM
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