FHWN: Wie TikTok Shop den Handel verändert

Der TikTok Shop steht in Österreich am Start. Wie verändert dieser den heimischen Handel? Der E-Commerce-Experte Stefan Eibl von der FH Wiener Neustadt ordnet die Chancen und Herausforderungen von Social Commerce ein.

 

TikTok ist nicht mehr wegzudenken und wer entspannt durchscrollt, nach Unterhaltung suchend, könnte schneller im Warenkorb landen als gedacht. Mit dem Österreich-Launch von TikTok Shop am 15. Juni verschmelzen soziale Medien und Onlinehandel zunehmend zu einem gemeinsamen Erlebnis. Produkte werden direkt im persönlichen Feed entdeckt und können mit wenigen Klicks gekauft werden.

„Der Start von TikTok Shop ist ein weiterer Schritt in Richtung Social Commerce – also der Verschmelzung von Unterhaltung, sozialen Netzwerken und Einkauf“ - Stefan Eibl, MA, Leiter des Masterstudiengangs E-Commerce & AI-Shopping am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt

Nutzer:innen würden dabei nicht mehr gezielt nach Produkten suchen, sondern diese während des Konsums von Inhalten entdecken. Genau hierin liegt der Clou: Content wird zum Vertriebskanal.Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sowie Marken können von der Entwicklung profitieren. Durch kreative und authentische Inhalte lassen sich auf TikTok hohe Reichweiten erzielen. Besonders interessant sei dabei die direkte Verbindung von Content und Kaufprozess.

 

„Produkte können unmittelbar aus Videos oder Livestreams gekauft werden. Dadurch entsteht ein sehr komfortables Einkaufserlebnis“ - Stefan Eibl, Leiter des Masterstudiengangs E-Commerce & AI-Shopping am Campus Wieselburg der FHWN

 

Chancen sieht Eibl insbesondere für Unternehmen aus den Bereichen Beauty, Fashion, Nahrungsergänzung und Lifestyle. Besonders beliebt werden laut ihm Produkte sein, die sich visuell gut präsentieren lassen und eher spontan gekauft werden, wie Mode und Kosmetik sowie Wohnaccessoires oder kleinere technische Gadgets. Vor allem bei jüngeren Nutzer:innen sowie im niedrigeren Preissegment zwischen zehn und 50 Euro werden Impulskäufe künftig eine größere Rolle spielen. Langfristig dürfte sich Social Commerce jedoch weit über diese Zielgruppe hinaus etablieren.

Social Commerce unterscheidet sich dabei grundlegend vom klassischen Onlinehandel. Während dort häufig eine aktive Produktsuche und intensive Recherche vorausgehen, werden Produkte auf Plattformen wie TikTok oft direkt während des Konsums von Inhalten entdeckt – sprich: Die Kaufentscheidung via Feed.
Eibl beobachtet dabei einen klaren Trend hin zu mehr Komfort beim Einkaufen:
 

„Konsumentinnen und Konsumenten möchten immer häufiger einfach, schnell und ohne Medienbruch einkaufen. Unterhaltung und Einkauf werden dabei nahtlos miteinander verbunden.“ - Stefan Eibl, Leiter des Masterstudiengangs E-Commerce & AI-Shopping am Campus Wieselburg der FHWN

 

Kompetenzen für den Handel von morgen
 

Neben den Potenzialen sieht der E-Commerce-Experte auch Herausforderungen. Für Unternehmen werde Sichtbarkeit zunehmend von Algorithmen und der Qualität ihrer Inhalte bestimmt. Konsumentinnen und Konsumenten wiederum seien stärker mit impulsiven Kaufentscheidungen konfrontiert. Gleichzeitig verdeutliche TikTok Shop, wie stark sich der digitale Handel aktuell verändert.
Entwicklungen wie diese spielen daher auch in der Hochschullehre eine wichtige Rolle und so beschäftigen sich im Masterstudiengang E-Commerce & AI-Shopping Studierende unter anderem mit Social Commerce, Künstlicher Intelligenz, Datenanalyse sowie digitalen Geschäftsmodellen und dem Verhalten von Konsumentinnen und Konsumenten.
 

„Unser Ziel ist es, Studierende darauf vorzubereiten, neue Plattformen und Technologien nicht nur anzuwenden, sondern deren Chancen, Risiken und Auswirkungen auf Unternehmen und Gesellschaft zu verstehen und aktiv mitzugestalten“ - Stefan Eibl, Leiter des Masterstudiengangs E-Commerce & AI-Shopping am Campus Wieselburg der FHWN

 

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