Unvergleichliche Küchen-Geschichten

Seit Juni ist die Beko Europe zu 100% im Besitz des türkischen Großkonzerns Arçelik und verfügt somit über die alleinigen Rechte der Distribution der Marken von Whirlpool in Europa. Im Gespräch mit wohninsider geben Beko Austria Marketingleiterin Margit Anglmaier und Vertriebschef Harald Kasperowski Einblicke zum österreichischen Markt, welche Kooperationen besser nicht laufen könnten und wo die Perle der Weißware zu finden ist.   

Von Lilly Unterrader

Nun ist der Deal in trockenen Tüchern: Was bereits im April 2024 seinen Anfang hatte, wurde schließlich im Juni dieses Jahres komplettiert. Beko und Whirlpool sind nun (was Europa betrifft) zur Gänze unter einem Dach, und zwar der Beko Europe B.V. mit Sitz in den Niederlanden. In der Praxis heißt das, dass Beko fortan den gesamten Vertrieb aller Beko- sowie Whirlpool-Marken (außer KitchenAid) in Europa verantwortet. 

Harald Kasperowski, Vertriebsleiter Beko Austria, erläutert im Gespräch mit wohninsider Ende Juli: „Der europäische Teil der Whirlpool ist damit aufgegangen in Beko Europe.“ 

Welche Auswirkungen hat das für Österreich und die Händler? 

Harald Kasperowski: Für Österreich hat das praktisch keine Auswirkungen, denn die ehemaligen Whirlpool-Marken haben hierzulande nahezu keine Bedeutung mehr. Bauknecht wird einzig aufgrund einer internationalen Vereinbarung noch bei der Lutz-Gruppe vertrieben. 

Für unsere Händler setzen wir indes unsere Markenpyramide weiterhin fort, mit elektrabregenz als „Perle der österreichischen Weißware“, wie sie EP:Chef Michael Hofer gerne bezeichnet, ganz oben, darunter Beko als die junge innovative Marke für den Massenmarkt und im Einstiegsbereich bieten wir die ehemalige Whirlpool-Marke Indesit an, ebenfalls sehr bekannt in Österreich und vor allem über den C&C-Bereich beliebt. 

Im Endeffekt konnten wir mit Indesit und teilweise auch Beko jene Marktanteile, die wir im C&C-Bereich durch den Fokus auf den Fachhandel mit elektrabregenz verloren haben, wieder zurückholen. Konkret haben wir in knapp einem Jahr mit Indesit einen Marktanteil von 1,2% stückmäßig erreicht. 

Margit Anglmaier: Auch für unsere Marken heißt das keineswegs eine Veränderung, Qualität ist und bleibt immer ein wichtiger Anspruch, mit elektrabregenz haben wir ja schon vor ein paar Jahren eine klare Marschrichtung definiert, die wir auch weiterhin konsequent verfolgen. Mit der einzigen österreichischen Marke im Vollsortiment, die seit mehr als 130 Jahren besteht, wollen wir unsere Partnerschaften mit den Handelsnetzwerken weiterhin kräftig ausbauen, die Marke und die Produkte stärken und die Intelligenz, die jetzt schon drinnen steckt, noch stärker kommunizieren.   

Ist die Migration der Unternehmen in Österreich somit abgeschlossen? 

H.K.: Wir hoffen, dass mit dem 3. Quartal die Beko Europe Austria GmbH in der Beko Austria AG aufgeht, sodass dann alles unter einem Dach, jedoch weiterhin an den zwei Standorten Wien und Zeltweg, ist. Schlussendlich aber werden wir dann One Face to the Customer bilden. 

Was bedeutet das für die Zuständigkeit? 

Wien verantwortet das Österreich-Geschäft, Commercials, Vertrieb, Marketing, wohingegen der Standort in Zeltweg die Divisions in Deutschland und der Schweiz bedient sowie für das Servicegeschäft zuständig ist. 

Wie geht es – auch in Hinblick auf das Recht auf Reparatur – in Sachen Service weiter? 

H.K.: Wir begrüßen diese Thematik, denn es liegt in unserer DNA; die Nachhaltigkeit, das Recycling. Wir haben schon seit Langem eine Ersatzteilgarantie. Bei Beko sind die Ersatzteile in den ersten zehn Jahren sogar gratis. In der Türkei sind wir sehr stark im Recycling von ganzen Geräten. Da ist die Marke Arcelik auf einem Status- und Preis-Niveau wie hier Miele angesiedelt, und zwar primär, weil das Service so gut passt. Und genau darin wollen wir nun verstärkt investieren, weil wir wissen, mit der Kundenzufriedenheit kommt das Wachstum. 

Wie ist das Servicenetz in Österreich aktuell aufgestellt und was ist für die Zukunft geplant? 

H.K.: Wir servicieren im Raum Wien selbst und haben aktuell in den Bundesländern je einen Servicepartner. Ziel ist es, diese Zahl zu verdoppeln oder vielleicht sogar zu verdreifachen. Denn, ich bin sicher, dass sich Österreich früher oder später zu einer Servicegesellschaft entwickeln wird. 

Es war vorher die Rede von den intelligenten Geräten … 

H.K.: Ja genau, das Service geht Hand in Hand mit unseren Geräten mit HomeWhiz, wo man z.B. über einen Service-Button in der App direkt mit einem Callcenter verbunden wird.   

Durch HomeWhiz können wir mitunter auch Fehler erkennen, bevor sie auftreten, etwa wenn die Kompressorleistung eines Kühlschranks nachlässt. Wir entwickeln unser HomeWhiz ständig weiter, die Geräte lernen mittlerweile mit und wir werden hier noch viele weitere echte Nutzen für unsere Kunden bringen. 

Etwa in Sachen Energiesparen: Ich wasche die Wäsche dann, wenn der Strom nichts kostet. Hier sind wir auch bestrebt, zum Beispiel Kooperationspartner bei Energie-Providern zu finden. Wir glauben, dass sich der österreichische Energiemarkt durch die schwankenden Preise stärker entwickeln wird.   

Generell setzen wir intensiv darauf, starke Partnerschaften einzugehen, wie etwa jene mit SPAR Mahlzeit! und DANKÜCHEN bei Austria’s Next Küchenchef:in.   

M.A.: Hier machen wir die Themen mit unseren Partnern gemeinsam, wir werden gemeinsam stärker, das ist einfach ein tolles Gemeinschaftsgefühl. 

Welchen konkreten Nutzen könnt ihr aus „Austria’s Next Küchenchef:in“ ziehen? 

Margit Anglmaier: Wir setzen hier auf Customer Experience: Denn was wären Küchengeräte ohne die Anwender:innen? – Ich selbst stehe für eine Generation, habe den Geruch von Gugelhupf bei meiner Oma, den sie, als ich ein Kind war, in ihrem Elektrabregenz-Herd gebacken hat, noch immer in der Nase.

Genau das machen wir auch mit SPAR Mahlzeit! und DANKÜCHEN – wir haben einen Nenner gefunden: den Ort der Küche, wo Lebensmittel, Küchen- und Gerätehersteller und natürlich unsere gemeinsamen Konsument:innen zusammenkommen. 

Unterm Strich sind wir mit diesen Stories unvergleichbar und sie werden von den Teilnehmer:innen und unseren Partnern weitergetragen und erzeugen dadurch große Resonanz und Traffic. 

H.K: Aus meiner Sicht hat uns die Kooperation sehr viel gebracht, weil Beko damit viel stärker wahrgenommen wird. Wir haben auch die Präsenz in den DANKÜCHEN Küchenstudios ausgebaut und bekommen sehr oft das Feedback, dass unsere Geräte „ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis” bieten. 

Die Kooperation mit DANKÜCHEN ist für uns höchst erfreulich. Etwas Besseres hätte uns beiden nicht passieren können. Mit DANFIRST – unserer Einstiegsküche – kann der Endkonsument direkt aus 16 Beko-Geräten auswählen.  Aktuell sind hier nur Geräte von Beko mit dabei, weil DANKÜCHEN auch in anderen Staaten wie der Slowakei, Slowenien etc. tätig ist und dort Beko sehr bekannt bzw. sogar marktführend ist. 

Wir sind auch gerade dabei, unser Lager in Wien umzubauen und eröffnen ein Beko/elektrabregenz Competence Center gemeinsam mit DANKÜCHEN. Dort können Monteure geschult werden, aber genauso Küchenplanungen stattfinden. Wenn ein Händler ein DAN-Studio in Wien Umgebung eröffnen will, findet er hier ebenfalls eine Ansprechperson. 

Was sind marketigseitig aktuell eure Kernbotschaften? 

M.A.: Konkret setzen wir auf folgende sechs Schwerpunkte: 

1.      Kundenerlebnis 

2.      Technologie (VitalCare, und viele weitere) 

3.      Energieeinsparung 

4.      Künstliche Intelligenz – z.B. Sensor erkennt Verschmutzungsgrad 

5.      Smarte Appliances – Kontakt zu Customer Care 

6.      Markentradition, die wir stetig weiterentwickeln 

Was kann man sich davon abgesehen von Beko und elektrabregenz in den kommenden Monaten erwarten? 

M.A.: Wir intensivieren unsere Kampagne zu Austria‘s Next Küchenchef:in und wollen fortan auch Home-Stories machen: Wie gelingt der Einbau, wie geht es den Menschen mit den Geräten? Wir wollen damit nicht nur den Standard anbieten, den Konsument:innen verstehen, sondern auch dazu anregen, unsere Inhalte zu teilen. Damit generieren wir zusätzlichen Traffic durch die einzelnen Bewerber:innen, teilen das über Insta, facebook. Das stärkt die Marke und zeigt das Kundenerlebnis. Das wollen wir weiter forcieren. 

Weiters planen wir auch weitere Aktivitäten für Beko. Damit wollen wir die Marke noch klarer für den Konsumenten kommunizieren. Denn Beko steht nicht nur für einen günstigen Preis, sondern auch für Technologie, den FiberCatcher, EnergySpin und vieles mehr. 

H.K.: Weiters führen wir unsere Kooperation mit AlphaOmega fort, haben dort auch bereits einige Küchenprojekte umgesetzt. 

Produktseitig arbeiten wir u.a. mit Cashback. Wenn ein Kunde etwas kauft, kann er sich ein Add-on holen. Zudem haben wir ein Produkt des Monats, das wir verstärkt bewerben. In Linz werden wir schließlich auch den Muldenlüfter in Mattschwarz zeigen. 

Unterm Strich sind wir sehr zufrieden: Wir haben im Möbelhandel große Steigerungsraten, hohe Sell-in-Zahlen, im Studiobereich und in der Großfläche, vor allem mit elektrabregenz, aber auch mit Beko.