Wo liegt aktuell der Fokus in Sachen Marketing?
Aktuell läuft eine große Markenkampagne zu Siemens anlässlich 100 Jahre Backofen. – Egal ob am Messestand, in Social Media oder am POS, der Wiedererkennungswert muss hier gegeben sein. Unser Außendienst leistet hier auch tagtäglich Überzeugungsarbeit, damit unsere Handelspartner den vorbereiteten Content über ihre Kanäle entsprechend streuen. Wir wollen es dabei den Händlern so einfach wie möglich machen, etwa über unsere Agentur Social Pals. Jedoch: den letzten Schritt muss der Händler selbst machen.
Was die Marken betrifft, setzen wir verstärkt auf die entsprechende Botschaft:
Bei Siemens das Thema Intelligenz, Qualität bei Bosch und Individualität bei NEFF.
Plus: Für den Herbst können wir schon jetzt weitere Highlights ankündigen.
In Österreich erzielte die Niederlassung einen Jahresumsatz von rund 296 Millionen Euro und damit ein Wachstum von +2,1% - im Gegensatz zur BSH international, wo es einen Rückgang gab. – Worauf ist das positive Ergebnis speziell in Ö zurückzuführen? Wie läuft das aktuelle Jahr?
Wir sind in einer Branche unterwegs, ohne die man nicht kann. Wenn wir unseren Job ordentlich machen, haben wir somit immer unseren Anteil am Markt. In anderen Branchen ist das nicht so. Gerade in Deutschland macht uns im Küchenbereich die fehlende Neubautätigkeit zu schaffen, in Österreich ist die Lage aufgrund des höheren Altbestands etwas stabiler. Als Altbestand zählt alles vor 1949 und dieser Anteil ist in Österreich bei 24 %, dazu kommen die Bauten aus der so genannten Gründerzeit vor 1919. Gerade hier gibt es viel aufgestauten Bedarf. Insbesondere Wien verfügt über einen der größten zusammenhängenden Bestände an Gründerzeitbauten weltweit.
In den Altbauwohnungen kannst du nicht einfach eine Küche von der Stange reinstellen, da musst du Rücksicht nehmen auf hohe Decken, schiefe Wände, unebenen Boden – das gibt es anderswo gar nicht. Dazu kommt, dass die Österreicher:innen gerne Geld für Genuss und Lebensmittel ausgeben. Ich sage immer, du kriegst hier praktisch nichts Schlechtes zu essen, da muss man sich schon Mühe geben. (lacht). Und Ähnliches gilt für Einrichtung/Wohnen, auch in den Möbelhäusern erkennt man mehr Leidenschaft.
International betrachtet sieht es in Europa besser aus als in China etwa, wo nicht nur wir aktuell unsere Schwierigkeiten haben, denn die Chinesen entdecken gerade ihre eigenen Marken.
Insofern, Europa geht’s besser als dem Rest, jedoch können wir uns nie zurücklehnen.
Was das aktuelle Jahr betrifft, erwarten wir eine ordentliche Entwicklung, leicht einstellig über dem Vorjahr, und einen traditionsgemäß starken Herbst. Die Elektrofachhandelstage in Linz sind dabei wieder ein Stimmungsindikator. Aus unserer Einschätzung ist die Lage aktuell besser als die Stimmung manchmal dargestellt wird.
Auf die Kanäle bezogen entwickeln sich Elektro- und Möbelfachhandel in etwa gleich.