Also hast du eigentlich immer den Kunden gefragt: Was brauchst du eigentlich?
„Ja, mein großer Vorteil war, ich war niemals voreingenommen. Ich habe immer genau zugehört und war offen. Dann hat sich schließlich die Wertigkeit der Küche verschoben. Früher war das 1/3 Geräte, 2/3 Holz, das ging aber immer mehr zugunsten der Gerätschaft.“
Schnell war klar: „Wir brauchen mit AEG ein Produkt, mit dem wir zum Kochspezialisten werden … Und dann kommt der Multidampfgarer von links hinten.“ (zwinkert).
Nach Herausforderungen mit einer neuen EDV und einer schlechten Warenverfügbarkeit durch die Werksschließung in Nürnberg, ging es ab 2010 wieder bergauf. „Wir haben eine neue Range, neue Klasse bekommen, einen neuen Marketingmann (zwinkert in Richtung Martin Bekerle) und auch mehr Drive. Wir sind noch mehr in Richtung Möbel gegangen, haben die Kochvorführungen perfektioniert, in einer Linie mit Wiedererkennung. Das hat sich so gut und konstant entwickelt, sodass wir heute noch bis zu 300 Kochvorführungen im Jahr veranstalten, die noch immer gut genutzt werden.“
Und die Mannschaft um Janovsky entwickelte damit ein neues Selbstbewusstsein: „Das haben wir bis heute durchgezogen, denn wir müssen weder mit unseren Produkten noch mit unseren Messeauftritten verstecken.“
Playing Capitain
Den Erfolg – „wir entwickeln uns mit einem vor stark angeschlagenen Möbelmarkt, positiv im zweistelligen Bereich und sind mit AEG eine der am schnellsten wachsenden Marken“ – führt Janovsky jedoch in erster Linie auf die Mannschaft zurück. „Das gesamte Orchester muss zusammenspielen, viele unserer Leute sind schon viele Jahre bei uns.“
Auch die aktuelle Entwicklung der Marke Electrolux am österreichischen Markt laufe höchst erfolgreich, so Janovsky, „Wir sind quasi mit einem NoName auf 2,8% MA im Möbelhandel gekommen. Haben einen Katalog und ein Kernsortiment, das wars.“
Pandemie und die Zeiten der Unberechenbarkeit
Die Pandemie, ihre langfristigen Nachwehen und die damit einhergehenden Marktschwankungen waren dann ein Seitenhieb für alle. Janovsky: „Zuerst ging das Geschäft durch die Decke, danach kam der vorprogrammierte Bauchfleck, die Inflation, der Krieg.“ Zusammengefasst meint er: „Ehrlich gesagt, 2023 hätte ich nicht aufhören wollen, da ging wirklich nichts mehr. Aber danach haben wir die Kurve gekriegt. Der Konzern hat in die Marke AEG investiert, denn du brauchst neben Backen und Waschen auch die Themen Kühlen und Spülen auf Top-Niveau. Das haben wir jetzt. Dazu kam dann endlich der Muldenlüfter, on top mit Saphirglas, das keiner so kann wie wir. – Bei der letzten küchenmeile hat Petra Haupt, die ich über den Stand führen durfte, gemeint: Fred, ihr seid in aller Munde – und zwar positiv. Das ist eine Weltchance.“
Dann kam auch noch der Überraschungsstar – der Pizza-Expert hinzu. – Da war für mich klar: Jetzt ist alles fertig – jetzt kann ich in Pension gehen.