Visionäre Küchenprojekte von DER KREIS ausgezeichnet

(22.01.2019) Auch heuer wurde im Rahmen der LivingKitchen, genau am Messedienstag, die Preisverleihung von DER KREIS ANJA SCHAIBLE STIFTUNG abgehalten. Der Stiftungspreis 2019 erging an die Hochschulen in Furtwangen, Stuttgart und Wismar sowie die daran beteiligten Studenten für die Projekte Koch.werk und Koch.Web.

Beim Projekt unter dem Titel "Kochen.Leben" brachten die Studenten ihre Ideen zur Küche von morgen auf den Punkt. Entstanden sind darob einerseits Koch.web, ein Erlebnisraum, in dem man simuliert und medial unterstützt spielen, Filme schauen und gemeinsam mit realen und virtuell zugeschalteten Freunden kochen und kommunizieren kann, sowie andererseits Koch.werk, eine Vollholz-Küche, die an die Werkbank eines Schreinermeisters erinnert, sich auf das Wesentliche beschränkt und in der man möglichst stromlos Lebensmittel frisch halten und lagern sowie stromlos kochen kann.

Die Aufgabenstellung

Die Studenten aller teilnehmenden Fakultäten bekamen die Aufgabe, sich zunächst die zentrale Frage zu stellen "Wie muss der Ort aussehen, an dem ich mich gerne aufhalte und an dem ich Essen zubereite?" Hierbei sollten das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Digitalisierung unserer Lebensumwelt und der gegenteilige Trend der Rückbesinnung auf folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden:

  • traditionelle Techniken
  • die veränderten Konsum- und Essgewohnheiten
  • die Automatisierung des Kochprozesses
  • die Verwendung und Lagerung der Lebensmittel

Um die Ideenfindung auf eine breite Basis zu stellen, haben Studierende der Angewandten Gesundheitswissenschaften der Hochschule Furtwangen zudem eine Umfrage durchgeführt und mehr als 800 Menschen zwischen 18 und 75 befragt.

Hauptergebnisse der Umfrage

Die Präferenz zur Komfort- und Familienküche ist schon bei Befragten unter 25 Jahren vorhanden. Rund 60 Prozent der Befragten kochen am liebsten in Gesellschaft, rund 2/3 der Befragten halten die Steuerung von Küchenelementen über Berührung für nützlich. Der Spaßfaktor an der Nutzung dieser Steuerung liegt leicht vor der Bequemlichkeit. Außerdem ist es für über 60 Prozent der Befragten wichtig bis sehr wichtig, beim Kochen online Rezepte zu recherchieren. Die zahlreichen Erkenntnisse aus der Umfrage und die eigenen Vorstellungen der Studenten flossen anschließend in den Küchen-Planungs-Prozess der Hochschulen Wismar und Stuttgart ein. Die Studierenden der Hochschule Wismar näherten sich der Fragestellung mit dem Blick der Innenarchitekten und Produktdesignern, die Studierenden der Stuttgarter Hochschule der Medien fokussierten sich auf die Einbindung von Kommunikationstechnologien, um ein interaktives Kocherlebnis zu schaffen.

Preisträger 1: die Koch.Web-Küche

Es musste also eine T-Form sein. Denn die Küche der Zukunft muss kommunikativ sein, man soll darin vis-à-vis miteinander arbeiten können. Weiters wurde Lebens-Raum, Tätigkeit und Technik ins Augenmerk gerückt. Die Küche sollte gleichzeitig ein Wohn- und Interaktionsraum sein. Ein Erlebnisraum, den man ebenfalls auch als Spielzimmer, als einen medialen Kontaktraum und virtuelles Kochstudio nutzen kann. Somit müssten auch die entsprechenden, technischen Voraussetzungen erfüllt werden. Entstanden ist ein Produkt, das alle Erwartungen erfüllt.

Preisträger 2: Die Koch.Werk-Küche

Bei diesem Entwurf geht es darum, eine Kochumgebung zu schaffen, in der alles Wesentliche in greifbarer Nähe ist - wie bei der klassischen Werkbank eines Schreinermeisters. Möglichst natürliche Materialien und Vollholz zu verwenden, ist eine logische Folge dieser Grundidee. Hierzu passend wurde ein Kühl- und Lagersystem ausgearbeitet, das ohne Strom auskommt, der sogenannte Eco-Cooler!

Der "Offline Kühlschrank" ist ein System auf Grundlage natürlicher physikalischer Abläufe. Über die Tonplatten verdunstet Wasser. Die so erzeugte Kühlung bewirkt optimale Bedingungen für die Lagerung von Obst und Gemüse. Und das Ganze funktioniert stromlos. Die Außenhülle des Kühlkubus setzt sich aus zwei Schichten zusammen. Die sichtbare äußere Schicht besteht aus einem diffusi-onsoffenen Material. Die innere Schicht ist aus Edelstahl. Das Metall leitet die eingetragene Wärme schnell und großflächig nach außen und ist besonders hygienisch. Zwischen den beiden Schichten ist eine Fuge zur Wasseraufnahme. Es werden unterschiedliche Kühlzonen erreicht. Die Edelstahlschub-laden bieten viele Lagermöglichkeiten für Obst, Gemüse und Kartoffeln mit den optimalen Bedingungen in der jeweiligen Kühlzone. Die "Kartoffelkiste" befindet sich aus diesen klimatischen Gründen im untersten Fach. Die Koch.Werk-Küche drückt das Bedürfnis aus, handwerklich zu kochen, sich mit den Zutaten zu beschäftigen und selbständig zu ar-beiten. Handwerk, Qualität und Kunstfertigkeit sind die Leitmotive des Entwurfes. Die Echtheit und Unverblendetheit der Materialien und handwerklichen Tischlerverbindungen, die sich auf traditionelles Wissen beziehen, sind Ausdruck dieser Motive.

Leitende Materialien sind Ahorn- und Nussbaumholz, schwarze Keramik und Edelstahl. Der Stil ist schlicht und funktional. Er nimmt traditionelle Grundgedanken auf und zitiert sie in bodenständiger aber moderner Formsprache

Übergabe des Stiftungspreises 2019

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Design, Innenarchitektur und Angewandte Gesundheitswissenschaften sowie Kommunikation steht im Fokus der Ehrung durch den Stiftungspreis 2019 "Kochen.Leben". Dabei geht es stets auch um die Nachwuchssicherung und -förderung, wie DER KREIS-Verbundchef Ernst-Martin Schaible im Rahmen der Preisverleihung zum Ausdruck brachte:

Gemeinsam mit Handel und Industrie initiiert die Stiftung in interdisziplinären Foren branchenspezifische Studienprogramme für Studenten und unterstützt die Studienarbeiten durch Praxiswissen im Rahmen von Lesungen, Exkursionen in Fertigungsbetriebe und Ausstellungen führender Küchenspezialhäuser. Besonderer Dank wurde in diesem Zusammenhang den Industriepartnern, dem Küchenspezialisten Steffen Widmer aus Schwerin und den Hochschulen und Studenten zuteil.

Mit Engagement und Herzblut

Auch der Vorsitzende der Geschäftsführung der Kölnmesse, Gerald Böse, lobte in seinem Grußwort das Engagement und die besonderen Leistungen der DER KREIS ANJA SCHAIBLE STIFTUNG und des Stif-tungsvorstands Ernst-Martin Schaible für die gesamte Küchenbranche. „In vielen Branchen wird das Fehlen von Nachwuchskräften beklagt. In der Küchenbranche sieht es glücklicherweise ein wenig anders aus, da dank Herrn Schaible und der von ihm gegründeten Stiftung mit viel Engagement und Herzblut vieles dafür getan wird, Fachfremde für das Thema Küche zu begeistern und zu gewinnen. Dies ist vorbildlich und verdient viele Nachahmer“, so Böse zusammenfassend.

Und für die Fortsetzung ist bereits gesorgt, denn die nächste Projektarbeit ist bereits in Planung:
Die Inhalte des Stiftungsprojektes 2019-2021 werden im Frühjahr 2019 entwickelt und kommuniziert.

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