42 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 KÜCHE wohninsider: Mit der Studie „Dunstabzüge und Kochfelder in D/A/ CH bis 2030“ haben Sie die Entwicklung der beiden Bereiche unter die Lupe genommen. Welche Ergebnisse zeigen sich? Winfried Titze: Bei Kochfeldern und Kochfeldabzügen ist der Gesamtmarkt von 2018 bis 2025 um 5,8% auf jetzt 783 Mio. Euro zu Herstellerabgabepreisen netto gestiegen. Das entspricht einem Handelsvolumen von fast zwei Milliarden Euro. Der Markt verschiebt sich. Früher haben Dunstabzugshauben den Markt beherrscht, ihr Anteil geht aber aktuell zurück, seit 2018 ist er im DACH-Raum um 7,8 % auf 354 Mio. Euro zu Herstellerabgabepreisen netto und einem Handelsvolumen von 901 Mio. Euro trotz steigender Preise geschrumpft. Kochfeldabzüge legen hingegen kräftig zu, werden vom Trend zum Hype und mittlerweile bieten viele Küchengerätehersteller solche Produkte. Woraus resultiert dieser Boom? Einerseits aus dem optischen Aspekt, dass sich Kochfeldabzüge integrieren lassen und damit den aktuellen Wünschen beim Küchendesign entsprechen. Die Zeit der großen, die Küche prägenden Dunstabzugshauben neigt sich langsam dem Ende zu. Viele Konsument:innen wünschen designorientiertere Lösungen in Form eines Kochfeldes mit Muldenlüfter, die in der weiter steigenden Zahl offener Küchen eine grazilere Lösung darstellen. Kopffrei- und Vertikalhauben bilden mit einem Anteil von 30 % zwar die größte Produktgruppe bei Dunstabzügen im Jahr 2025, der Anteil der Kochfeldabzüge an allen Kochfeldern liegt aber schon bei 11,5 %, wird bis 2030 kontinuierlich auf 14,6 % anwachsen und den aktuellen Hype weiter antreiben. Die Breite der Kochfelder verändert sich gemäß unserer Untersuchung von 2025 bis 2030 aber nicht signifikant. Das wichtigste Breiten- bleibt das Standardmaß von 51 bis 60 cm. Auch die Arbeitsfläche verändert sich kaum, bei Spülen zeigt sich, dass sie wertiger, aber nicht größer werden, bedingt wohl auch dadurch, dass Geschirrspüler längst zum Standardinventar zählen und immer mehr Wert auf Multifunktionsarmaturen gelegt wird, die Geräte ersetzen und damit Platz auf der Arbeitsfläche frei wird. Beflügelt das die Dynamik? Hersteller machen sich Gedanken zu neuen Lösungen, die diese Entwicklungen bei Kochfeldabzug, vor allem aber bei der Multifunktionsarmatur und dem Thema Mülltrennung mit sich bringen. Auch der Küchenverkauf verändert sich dadurch. Früher wurden für das genannte Budget zuerst die Möbel gewählt, dann die Elektrogeräte und am Schluss das Zubehör ergänzt. Heute kommen Kund:innen mit dem frühzeitigen Wunsch nach einem Muldenlüfter, einer Multifunktionsarmatur und einer Arbeitsplatte aus Naturstein ins Küchenstudio. Die Fachprofis müssen die Küchenplanung daher ganz anders aufbauen. Wie kann der Küchenfachhandel von dem genannten Kochfeldabzug-Hype profitieren? Der Fachhandel muss die Produkte bewusst zeigen, sie bei Kund:innen ansprechen und darf keine Angst davor haben, ihnen eine Küche anzubieten, die das genannte Budget etwas überschreitet. Wenn die Vorzüge der Produkte klar gemacht werden können, dann sind Kund:innen bereit, Fotos: Unternehmensberatung Titze GmbH UNTERNEHMENSBERATUNG TITZE GMBH „Kochfeldabzüge werden zum Hype“ Sie sind endgültig am Markt und in der Küche angekommen: Kochfeldabzüge befinden sich im Aufwind und laufen dem klassischen Dunstabzug den Rang ab, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Titze GmbH zeigt. Der Fachhandel hat damit „ein Ass im Ärmel und das muss er auch ziehen“, so Winfried Titze, geschäftsführender Gesellschafter. Von Sylvia Pilar „Muldenlüfter, Spülen, Arbeitsplatten, Multifunktionsarmaturen sind alles Innovationen, die den Markt verändern und eine Evolution bewirken.“ Winfried Titze, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmens- beratung Titze GmbH „Wenn die Vorzüge der Produkte klar gemacht werden können, dann sind Kund:innen bereit, mehr Geld auszugeben, vor allem in der Küche.“
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