16 wohninsider.at | August/September | 04. 2026 BRANCHENTALK Lässt sich damit ein Kontrapunkt zu KI setzen? Oder spielt sie den Einrichtungsprofis in die Hände? Ich sehe durch KI einen großen Wandel in der Branche. Viele arbeiten schon aktiv damit und mit ihr lassen sich schnell Entwürfe generieren. Diese Entwicklung schlägt sich auch auf das Thema Fachkräfte nieder, das ja ein massives Problem für die Branche darstellt. Es braucht Einrichtungsprofis, die aber heute andere Fähigkeiten mitbringen müssen. Es wird zu einer Verschiebung kommen, mit der wir Schritt halten müssen. KI hat sicher Vorteile, aber sie kann auch vieles nicht. Fachgeschäfte bedeuten Emotionen und dieses Persönliche, die individuellen Bedürfnisse zu erkennen, dass Kund:innen sich verstanden fühlen und gemeinsam die optimalste Gestaltung erarbeitet wird, Vertrauen und ehrliche, reale Kund:innenbeziehungen wird die KI nie wegnehmen können. Der Fachhandel hat viele, andere Qualitäten, die er einbringen kann und muss. Die persönlichen Beziehungen und dieses Vertrauen waren mir immer ein großes Anliegen, spiegeln sich jetzt auch in den Rückmeldungen, und so ist es für mich ein positiver Abschluss. Fachkräftemangel und die Ausbildung junger Profis bewegen die Branche. Wie siehst du diese Thematik? Ich habe mich immer für das Thema Ausbildung stark gemacht. Ich war und bin überzeugt, dass fundierte Ausbildung und kompetente Mitarbeitende die einzige Chance für unsere Branche sind. Es fehlt mehr denn je der Nachwuchs und Verkauf ist bei jungen Menschen generell nicht wirklich beliebt. Alles steht und fällt mit der Leidenschaft. Und es stellt sich für mich immer die Frage, wie sich diese Leidenschaft an der Branche gut weitertragen lässt. Die Möglichkeiten reichen von einem besseren Image bis zur Offenheit, dass sich junge Menschen gut entwickeln können und die nächste Generation in Betrieben früher aktiv einbringen und hineinwachsen kann, auch um sie übernehmen. Das Thema Übernahme ist ja auch ein riesiges. Welche Impulse in puncto Ausbildung braucht es? Mit der Interior Design School und der Academy Kuchl haben wir in Österreich eine gute Ausbildungsstätte für Einrichtungsprofis. Die EBS Kuchl hat sich kontinuierlich weiterentwickelt, den Lehrplan den neuen Bedürfnissen am Markt laufend angepasst und ist ein wichtiger Baustein für die Branche. Ich stehe voll und ganz hinter der Schule und habe sie auch in meiner Funktion bei und mit dem Wiener Landesgremium gerne unterstützt. Ich wünsche mir, dass sie sich weiterhin so positiv entwickelt, vor allem auch beim Zustrom an Personen. Wenn wir nur reden, aber nicht den Wert der Ausbildung erkennen und sie fördern, hat die Branche verloren. Was nützt das beste Produkt, wenn niemand es den Kund:innen verkaufen und ihnen eine gute Gestaltung anbieten kann? Die Schule und die Akademie sind ein wertvolles Gut und ich hoffe, dass sich das weiter- und noch mehr in die öffentliche Wahrnehmung und zu den jungen Menschen hinaus trägt. www.moebel-klein.at Historie mit Weitblick: „Der Hauptumsatzträger von fast jedem Fachgeschäft ist die Küche“, so der Unternehmer, der früh, aber nie ausschließlich auf das „Herz des Hauses“ gesetzt hat – bis heute nicht. „Ich war und bin überzeugt, dass fundierte Ausbildung und kompetente Mitarbeitende die einzige Chance für unsere Branche sind.“ „Fachgeschäfte bedeuten Emotionen“, unterstreicht Hans Klein – eine Qualität, die KI nicht ersetzen kann.
RkJQdWJsaXNoZXIy NDA0NA==