»Hier spricht die Branche Ausgabe 3/2026 Juni/Juli www.wohninsider.at wohninsider.at P.b.b. Erscheinungsort Wien. Verlagspostamt 1150. 10Z038401 M Alina Schartner Farbe & Form follow Feeling Alfred Janovsky Wenn es am schönsten ist ... Next generation: Frische Power für die Branche
KÜCHENLÖSUNGEN MIT CHARAKTER Die markanten Waldkanten der Tisch- bzw. Barplatte setzen natürliche Akzente und verleihen der Küche eine besondere Ausstrahlung. Zusammen mit der Schwebebank Fly oder der Barbank Malta entsteht ein gemütlicher Treffpunkt für Familie und Freunde – wohnlich, zeitlos und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Barhocker Gin Barbank Malta / Barplatte mit Waldkante Schwebebankgruppe Fly www.schoesswender.com www.facebook.com/schoesswendermoebel www.instagram.com/schoesswender moebel QR-Code scannen & unser Küchen-Booklet entdecken.
03.2026 | Juni/Juli | wohninsider.at 3 EDITORIAL 201920021 IMPRESSUM wohninsider.at – Das B2B-Magazin für die Einrichtungsbranche. Verlag und Medieninhaber: Wohninsider Medien GmbH, A-2103 Langenzersdorf, Tutzgasse 6/1, office@wohninsider.at, FN: 486285 a, UID: ATU73559936. Herausgeberinnen und Chefredakteurinnen: Mag. Sylvia Pilar und Mag. Lilly Unterrader, Redaktion: A-2103 Langenzersdorf, Tutzgasse 6/1, T: +43 650 4504942, + 43 699 11447773, s.pilar@wohninsider.at / l.unterrader@wohninsider.at, www.wohninsider.at. Redaktion: Mag. Sylvia Pilar, Mag. Lilly Unterrader. Mitarbeiter:innen dieser Ausgabe: Bernhard Kloucek, Mag. Gabriel Schandl, Dipl.-BW Nina Schulmeister. Lektorat: Sylvia Unterrader. Gestaltung & Grafik: Mag. Michaela Schneider, www.textundgrafik.at. Anzeigenannahme: Sylvia Pilar und Lilly Unterrader, Tutzgasse 6/1, A-2103 Langenzersdorf. T: +43 650 4504942, + 43 699 11447773, s.pilar@wohninsider.at / l.unterrader@wohninsider.at. Verwaltung & Abos: Tutzgasse 6/1, A-2103 Langenzersdorf. T: +43 650 4504942, + 43 699 11447773, office@wohninsider.at. Abopreis für 5 Ausgaben Euro 90,00 inkl. Mwst. und Versand, Einzelpreis Euro 15,00 inkl. Mwst. exkl. Porto. Bankverbindung: Raiffeisenregionalbank Wr. Neustadt. IBAN: AT79 3293 7000 0008 2149, RLNWATWWWRN. Gerichtsstand: LG Korneuburg. Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH, A-3580 Horn. Gastkommentare und Lesermeinungen müssen nicht mit den Ansichten der Redaktion übereinstimmen. Berichte mit Firmenlogos können bezahlte Einschaltungen sein. Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewöhnliche Form in Ausführung des Art. 7B-VG auf Frauen und Männer und darüber hinaus alle Geschlechter in gleicher Weise. Emotional ... Abschiede sind (fast immer) auch Neuanfänge, geben Raum für andere Menschen, frische Ideen, neue Wege. Sei es in privater oder beruflicher Hinsicht. Nicht nur Gerhard und Anna Habliczek haben sich im Frühjahr dieses Jahres vom Branchenparkett verabschiedet und meine Kollegin Sylvia Pilar und ich dürfen nun das weiterführen und -entwickeln, was sie mit großer Hingabe und Scharfsinn über 16 Jahre lang aufgebaut haben. Wir sind uns der großen Fußstapfen, die die beiden hinterlassen haben, bewusst und wir werden diese in Wertschätzung und Dankbarkeit bestmöglich füllen – und gleichzeitig viele eigene setzen. Es verabschiedeten sich in den vergangenen Wochen auch andere Branchengrößen – von Petra Reischl, MHK, Heinz Schedlbauer, BSH bis zu Alfred Janovsky, Electrolux. Ich durfte ihre Verabschiedungen miterleben und kann sagen, es ist pure Gänsehaut, wenn dies von tiefgehenden Worten und Standing Ovations begleitet wird, für ihre Arbeit, ihr Schaffen, ihr Bestreben, das Erreichte, die zwischenmenschliche Größe. Und damit bin ich beim Mensch-Sein: Das ist es, was uns ausmacht. Die ehrliche Emotion, die zu finden heute jedoch schwieriger denn je scheint. So etwa meinte Dr. Thomas Hofer bei seinem Vortrag bei den Bosch Concept Partner-Tagen, dass Social Media heute primär darauf abziele, die Emotionen der Menschen zu pushen. Früher mit einfachen Kätzchen-, heute mit schockierenden KI-Videos, die unser Aufmerksamkeitslevel dermaßen unter Dauerbeschuss halten, dass man aus der Emotion im Sinne von TikTok, facebook & Co idealerweise gar nicht mehr rauskommen möge. Diese Flut von Inputs und (Fake-) Informationen sorge auch dafür, dass heute selbst wirtschaftliche und politische Entscheidungen oftmals emotional – und nicht mehr faktenbasiert – getroffen würden. Dr. Hofer hat dafür den Neologismus Emokratie kreiert und sieht darin eine gefährliche Entwicklung. Ich frage mich, ist es für uns überhaupt noch möglich, zwischen echten und „gefakten“ Emotionen und Informationen zu unterscheiden? Was darf oder soll uns bewegen oder müssen wir das erst wieder neu lernen? Und sind wir uns dessen bewusst? Er, Hofer, meinte aber auch, dass gerade diese digitale Flut und Verunsicherung die Chance für etwa den Fachhandel beinhalte, Menschen Vertrauen zu vermitteln auf persönlicher – analoger – Ebene. Dass es gilt, auf echte zwischenmenschliche Emotionen zu setzen. Ich durfte bei dieser und zahlreichen anderen Veranstaltungen in den vergangenen Wochen viele neue Menschen kennenlernen, Bekannte wiedertreffen, mit ihnen sprechen, Oberflächliches ebenso wie sehr Persönliches. Und es hat mir einmal mehr gezeigt, Messen und Veranstaltungen wie diese geben uns die Gelegenheit, persönliche Eindrücke zu gewinnen, das Zwischenmenschliche zu (er)leben, aber auch Quellen zu hinterfragen. Und Zukunftsforscher Thomas Peterseil machte im Rahmen dieser Veranstaltung in seinem Vortrag fest: Der neue Luxus ist das Analoge … Analog wie auch digital liegt diese aktuelle Ausgabe des wohninsider nun vor und wir widmen uns darin u.a. der neuen Generation, die heranwächst, übernimmt, sich weiterbildet. Wir zeigen, wie es klappen kann mit der Übergabe in der eigenen Familie, aber geben auch Ausblicke auf Trends in Sachen Oberfläche, Farben und Formen, und welche coolen und kühlenden Geräte uns durch die hochsommerlichen Tage begleiten können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Reinblättern und Lesen und freue mich schon jetzt auf viele weitere Gespräche und Zusammenkünfte im heißen Branchenherbst. Lilly Unterrader "Eines muss man schon sagen, das ist nicht einfach ein Job, das ist eine Beziehung im schönsten Sinne …" AEG-Marketing-Verantwortlicher Martin Bekerle
4 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 INHALT Coverfoto: © Alina Schartner, geknipst bei Artemest auf der Milan Design Week 2026 »Hier spricht die Branche Ausgabe 3/2026 Juni/Juli www.wohninsider.at wohninsider.at P.b.b. Erscheinungsort Wien. Verlagspostamt 1150. 10Z038401 M Alina Schartner Farbe & Form follow Feeling Alfred Janovsky Wenn es am schönsten ist ... Next generation: Frische Power für die Branche 3 3 6 7 8 90 20 22 24 26 28 30 31 32 34 36 38 80 81 82 84 86 87 88 12 14 89 16 Editorial Impressum Gesprächspartner:innen Topstorys Leute & Firmen Vorschau MZE: Eine Generation übernimmt Verantwortung MHK: Der MHK tagte und feierte Der Küchenring stellt sich für die Zukunft auf Hannes Hutterer ist ein Hidden Star Alfred Cerny: So gelingt die Übergabe KüchenTreff schult olina Franchise: Neuer Impuls für Rankweil SERVICE & MORE: Feierliches 25-Jahr-Jubiläum EBS Kuchl: Die Absolvent:innen stehen am Start WKO: Austausch & heiße Brancheneisen Wertgarantie bringt Küchenkomplettschutz Wetscher: Neues Flexform Studio Interface: Zeitgemäßer Parkett-Look für’s Objekt Ortweinschule: Facettenreiche Stauraum-Stories Zweiter Standort von KüchenTreff feierlich eröffnet Rückblick spoga & gafa, Ausblick HABITAT küchenwohntrends & möbel austria und CASA Elektrofachhandelstage und area30 Mag. Gabriel Schandl: Verstanden fühlen Bernhard Kloucek: Wohnen wird zum Erlebnis Betrachtet mit Nina Schulmeister Alfred Janovsky: Wenn es am schönsten ist … IN JEDER AUSGABE TRAINING : WISSEN BRANCHENTALK NETZWERKE KÜCHE FORTSETZUNG KÜCHE RAUM : OBJEKT MESSEN : EVENTS 69 70 72 74 76 77 78 Schösswender: Wohnen & Küche raffiniert verbunden ANREI: Klare Stärken, neue Impulse Ortweinschule: Meisterliches Tischlerhandwerk ISI mobili: Stauraum-Magie mit Schrankbett-Passion BRANCHENRADAR: Oberflächen werden exklusiver Marktplatz Stauraum aha.architektur: Storytelling mit „aha“-Effekt WOHNEN Bosch Concept Partner zelebrieren 20 Jahre Titze: „Kochfeldabzüge werden Hype“ Quooker: „Everyday’s darling“ elektrabregenz: Colorful Cooling Liebherr macht drinnen und draußen kalt 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 59 60 62 63 Sub-Zero: Imposante Erscheinung in jedem Umfeld Marktplatz Kühlen Miele macht Wohnen kompakt Naber schützt auch die Oberfläche systemceram: Edles Kupfer für stylische Spülplätze Miele gibt den Anpfiff V-ZUG: Raffinierte Noblesse next125: Faszinierende Symbiose STRASSER Steine: Doppelt prämiert PRINTAUSGABE 4/2026 ET 11.09.2026 DU 21.08.2026 Mehr Infos und Mediadaten für 2026 zum Downloaden: kurzlinks.de/1it2 In der nächsten Ausgabe: „REIN IN DIE KOMFORTZONE: SCHLAFEN – RELAXEN – GENIESSEN" Ausgeschlafen ins Morgen – Wohnzimmer als Relaxoase – Genussort Küche: Genuss inside, Aufgetischt & Abgebrüht, große Brötchen backen 64 67 68 Alina Schartner: Farbe & Form follow Feeling Bo:IA: Call für ELLA BRIGGS Award LEICHT: Global Kitchen Design Award 2026 DESIGN : TRENDS
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6 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 DIE GESPRÄCHSPARTNER:INNEN DIESER AUSGABE 24 Marcus Roth Erstmals in seiner Rolle als Geschäftsführer von Der Küchenring, stand Marcus Roth nicht nur bei der JHV in Köln im Fokus. Im Gespräch mit wohninsider erläuterte er u.a. das Neugründer-Konzept. 28 Alfred Cerny Der Alles Küche-GF erläutert gegenüber wohninsider, wie eine Geschäftsübergabe auch innerhalb der Familie glücken kann. 70 Klara Reisinger Bei ANREI steht mit Klara Reisinger die fünfte Generation an der Spitze. Sie setzt auf die Verbindung von Tradition und Innovation, bewährte Stärken und neue Impulse. 16 Alfred Janovsky Er geht, wenn es am schönsten ist. Der allseits beliebte Branchen- manager trat mit Juli den Ruhestand an und sprach mit wohninsider über sein langes Branchenleben. 26 Hannes Hutterer ... wurde von Der Küchenring für die schönste Küche über 20 m2 ausgezeichnet. Wir trafen den Branchenrebell zum Gespräch und Ideenaustausch. 64 Alina Schartner Die Farb-, Design- und Trendexpertin Alina Schartner sieht spannende Entwicklungen und plädiert für mehr Mut zum – wortwörtlich – Farbe zeigen. 44 Helge Oberleithner Der Geschäftsführer der Quooker Österreich GmbH sieht in jeder Küche Potenzial für einen Quooker und spielt den Ball dem Fachhandel zu, die Chancen zu ergreifen. 78 Andreas Haselgruber Innenarchitektur beginnt für Andreas Haselgruber nicht mit der Skizze. Bei seinen Projekten hört der Architekt, Ziviltechniker und Innenarchitekt Bo:IA genau hin und kreiert Zeitgemäßes. 42 Winfried Titze ... erklärt den Hype rund um die Kochfeldabzüge und warum sie dem klassischen Dunstabzug endgültig den Rang ablaufen. 74 Daniel Moser Der ISI mobili-Prokurist (li.) haucht mit seinem Unternehmen unkonventionell, stylisch und praktisch dem Schrank- und Klappbett neues Leben ein. Der Küchenring/Joerg Letz Photodesign
03.2026 | Juni/Juli | wohninsider.at 7 DIE TOPSTORYS DIESER AUSGABE 2+1 mit Mehrwert für die Branche – die küchenwohntrends & möbel austria gehen 2027 mit der CASA an den Start … Seite 87 Der MHK Österreich tagte in Salzburg. Es gab Ehrungen, Auszeichnungen und Standing Ovations. Plus: die schönsten Küchen wurden mit dem Goldenen Dreieck ausgezeichnet … Seite 22 24 Jungprofis haben die Ausbildung an der Interior Design School in Kuchl eben abgeschlossen. Nun geht’s auf in die Einrichtungsbranche … Seite 34 Die Wertgarantie macht wieder von sich reden. Diesmal gibt’s einen Küchenkomplettschutz, simpel und sicher … Seite 38 Die Bosch Concept Partner feierten ihr 20-jähriges Bestehen mit Ski-Stars, Themen und viel Gefühl … Seite 40 Österreich findet seine neuen Meister:innen: Die 13 Absolvent:innen der Meisterschule für Tischlereitechnik und Raumgestaltung brillieren … Seite 72 Wie lässt sich Stauraum kreativ anders denken? Die Absolvent:innen der Ortweinschule beantworten diese Frage mit ihren Abschlussstücken … Seite 82 KüchenTreff öffnete seinen zweiten eigenen Standort in Österreich. Das musste gefeiert werden … Seite 84 Der Spezialist für Geräteschutz und Garantieversicherung für alles, was einen Akku oder Stecker hat. Since 1963 | Made in Germany | wertgarantie.com Unser Reparaturkostenschutz: So stark wie nie! WERTGARANTIE Komplettschutz – Qualität und Leistung ohne Kompromisse. Einfach anrufen unter 0049 511 71280-111 Partner werden und profitieren: • Starke Kundenbindung • Top Service bei Verlust oder Reparatur • Mehr Nachhaltigkeit
8 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 LEUTE & FIRMEN area30 – das herz der küchenbranche 19. bis 24. September 2026 in Löhne Mit hochkarätigen Ausstellern und Marken ist die area30 die wichtigste Geschäftsplattform der europäischen Küchenbranche. Erleben Sie die Vielfalt und Neuheiten aus der Welt der Küche. Hier tre en Sie auf die meisten Marktführer und Innovatoren. powered by join the area30 community Online-Anmeldung & kostenfreier Eintritt: www.area-30.de/checkin In der mittlerweile 5. Ausgabe von „Austria’s Next Küchenchef:in“ setzte sich Janja Perković bei der hochkarätigen Jury durch. Der Bewerb wird von elektrabregenz in Kooperation mit DANKÜCHEN und SPAR Mahlzeit! ausgetragen. Nach dem erfolgreichen Tourstopp in Linz im April machte der Wettbewerb nun wieder in Wien Station. Sechs ausgewählte Talente präsentierten der prominent besetzten Jury ihre selbst entwickelten Backkreationen. Von neu interpretierten Klassikern bis hin zu kreativen Eigenkompositionen spiegelten die Beiträge die unterschiedlichen Zugänge und Persönlichkeiten der Teilnehmer:innen wider. Neben der großen Vielfalt an außergewöhnlichen Geschmackskombinationen überzeugten die Finalist:innen vor allem durch handwerkliche Präzision und frische Ideen für die moderne Küche. Gastgeber elektrabregenz begrüßte für diese besondere Wien-Edition ein außergewöhnlich starkes Jury-Board, das sich aus Thomas Pöcheim, CEO und Vorstand RED ZAC – Euronics Austria, Mag. Michael Hofer, Geschäftsführer EP ElectronicPartner, Viktoria Sophie Schnaderbeck, ehemalige Profi-Fußballerin, langjährige Kapitänin des österreichischen Nationalteams und Business-Denkerin, Julia Steiner, Chefin vom Dienst SPAR Mahlzeit!, Johann Pichler, Verkaufsleiter DANKÜCHEN Österreich und Mag. Alfred Kapfer, Geschäftsführer Expert Österreich zusammensetzte. www.elektrabregenz.com Mit Juli hat Stefan Tenor die Leitung des Vertriebsaußendiensts im Küchen- und Möbelfachhandel bei der BSH Österreich übernommen. Er folgt damit auf Heinz Schedlbauer, der im September seinen Ruhestand antritt. In dieser Funktion verantwortet er künftig die strategische und operative Führung des Außendienstteams in ganz Österreich für die Marken Bosch, Siemens und Neff. Der 41-jährige Tenor kommt aus den eigenen Reihen der BSH und war zuletzt als Head of Bosch Stores in Österreich tätig. Nach seinem wirtschaftlichen Bachelorabschluss in England sammelte er zunächst umfassende Führungserfahrung im Einzelhandel, unter anderem bei Calzedonia, Zielpunkt und Ströck. Seit neun Jahren ist Tenor für die BSH tätig, zuletzt im Retail Management mit Hauptverantwortung für die Bosch Stores in Österreich. www.bsh-group.com/at Fotos: Beko Austria GmbH/Diana Ryzhevska, BSH Group © eap.at, ISI mobili, WKW/Studio Wey Stefan Tenor folgt auf Heinz Schedlbauer Elektrabregenz kürte Austria‘s Next Küchenchefin Von elektrabregenz vor fünf Jahren ins Leben gerufen: „Austria’s Next Küchenchef:in“ bietet Hobbyköch:innen und -bäcker:innen eine Plattform. Stefan Tenor (li.) und Heinz Schedlbauer Das Wiener Landesgremium des Einrichtungsfachhandels der WKO erfährt einen doppelten Push. Cathérine Steinbacher ist neue Geschäftsführerin. Die studierte Juristin, die zuletzt zwei Jahre in Salzburg als Geschäftsführerin vier Fachbereiche in der Sparte IC geführt hat, hat per 1. Mai die Agenden des langjährigen Geschäftsführers Rudolf Vogt übernommen. Daniel Moser, seit rund 20 Jahren Prokurist der ISI mobili Möbelsysteme GmbH und seit über zehn Jahren bereits im Gremium aktiv, bringt als neuer Vorsitzender der Berufsgruppe Expertise und Engagement ein. www.wko.at/wien/handel/elektroeinrichtungsfachhandel/start Cathérine Steinbacher, Daniel Moser Zwei Profis für den Wiener Einrichtungsfachhandel
LEUTE & FIRMEN „Ich sehe eine Generation von Unternehmern, die Verantwortung übernehmen und ihre Betriebe aktiv weiterentwickeln wollen. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei als Sparringspartner zu begleiten, Orientierung zu geben, neue Perspektiven aufzuzeigen und die richtigen Menschen miteinander zu vernetzen.“ MZE - Möbel-Zentral-Einkauf GmbH Prokurist · Geschäftsleiter Österreich · Südtirol ppa. Andreas Hemetsberger www.mze.at Martin Oberwallners Handelsagentur MORPHEUS Interieur übernimmt ab sofort den Handelsvertrieb für die „Hirschleder Manufaktur Kendlbacher“ in Österreich und Süddeutschland. Das Unternehmen steht für österreichisches Handwerk auf höchstem Niveau und mit langer Tradition. Martin Oberwallner, Inhaber von MORPHEUS Interieur und mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der österreichischen Möbel- und Einrichtungsbranche, wurde von den beiden Geschäftsführern der Hirschleder Manufaktur Kendlbacher GmbH, Asmir Mehanovic und Peter Krakowsky, als Vertriebspartner gewonnen. Gemeinsam wollen die drei den Fachhandel, Möbeleinzelhandel, Einrichtungsstudios und Interior-Design-Fachbetriebe systematisch und nachhaltig erschließen. Für den Fachhandel bietet die Partnerschaft einen direkten Zugang zu einer exklusiven, in Österreich gefertigten Produktwelt mit nachvollziehbarer Herkunft, echtem Markenkern und hohem Differenzierungspotenzial gegenüber dem Massenmarkt. www.manufaktur-kendlbacher.at www.morpheus-interieur.at Das Deutsche Institut für Produkt- und Marktbewertung (DIPMB) hat Sachsenküchen als „Qualitätsmarke 2026“ ausgezeichnet. Die Ehrung bestätigt die hohe Wahrnehmung der Marke in den Bereichen Qualität, Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Grundlage der Auszeichnung ist eine umfangreiche datenbasierte Analyse, bei der Millionen von Erwähnungen aus dem Internet, sozialen Medien, Bewertungsportalen und weiteren digitalen Quellen ausgewertet wurden. Bewertet wurden unter anderem Produkt- und Dienstleistungsqualität, Service, fachliche Kompetenz sowie die öffentliche Markenwahrnehmung. www.sachsenkuechen.de MORPHEUS Interieur vertreibt Hirschleder Manufaktur Siegel Qualitätsmarke 2026 für Sachsenküchen Bei V-ZUG wurden per 1. Mai 2026 die bisherigen Gesellschaften in Deutschland und Österreich organisatorisch gebündelt, so Thomas Felber, General Manager Austria, und Winfried Küppers, Managing Director DE/AT, in einer gemeinsam gezeichneten Mitteilung. Der Handel wird gezielt gestärkt und es kommt zu einer Weiterentwicklung des V-ZUG-Außendienstes. Die Region Ost wird weiterhin von Markus Nahodil betreut, die starke Besetzung für die Region West wird in Kürze präsentiert. Thomas Felber (Bild) wird die Organisation per 30. September 2026 auf eigenen Wunsch verlassen und verabschiedet sich nach vielen erfolgreichen Jahren von V-ZUG in Österreich. Liegt die Verantwortung für den Vertrieb in Deutschland seit Dezember 2025 bei Antonio Terrada, Head of Sales, wächst dessen Verantwortungsbereich auch auf Österreich. www.vzug.com Zum ausführlichen Bericht auf wohninsider online: kurzlinks.de/rgz0 Rochade bei V-ZUG Fotos: MORPHEUS Interieur, Sachsenküchen, V-ZUG
LEUTE & FIRMEN Ab sofort vertritt 7Sinn die hochwertigen Massivholzprodukte von Wagner & Schönherr im Retailbereich für Österreich und Südtirol. Für 7Sinn und Agenturchefin Michaela Wimmer ist diese Zusammenarbeit weit mehr als eine geschäftliche Vereinbarung – sie ist ein starkes Zeichen gemeinsamen Qualitätsanspruchs, gegenseitigen Vertrauens und einer klaren Vision für die Zukunft. Die handwerkliche Präzision, die außergewöhnliche Materialqualität und die beeindruckende Produktvielfalt von Wagner & Schönherr passen perfekt zu den Werten und dem Fachhandelssortiment von 7Sinn. www.wagnerundschoenherr.de www.7sinn.at Der Geschäftsführer der reiter design GmbH und Obmann des Vorarlberger Einrichtungsfachhandels, wurde im Rahmen der Bundessitzung des österreichischen Einrichtungsfachhandels einstimmig zum Stellvertreter von Bundesobmann Hubert Kastinger gewählt. Harald Künzle engagiert sich seit vielen Jahren für die Anliegen der Branche auf Landes- und Bundesebene und setzt hier wie dort wichtige Impulse für den österreichischen Einrichtungsfachhandel. www.wkv.at www.wko.at/oe/handel/elektroeinrichtungsfachhandel/start Fotos: 7Sinn/Grafik: Hans Winkler DESIGN, Künzle © Miro Kuzmanovic, SCHOCK Harald Künzle mit neuer Funktion Wagner & Schönherr kommt mit 7Sinn nach Österreich www.dross-schaffer-gruppe.com Gemeinsam mehr erreichen. 8 VON 10 UNTERNEHMERN LAUFEN IN DER GEMEINSCHAFT ZU HOCHTOUREN AUF Nach der bereits angekündigten Neuaufstellung der Unternehmensführung startet SCHOCK mit neuem Führungsteam und klaren Verantwortlichkeiten durch. Als Chief Operating Officer (COO) verantwortet Stefan Feldmeier die Bereiche Supply Chain, Produktion und Operational Excellence. Ivo Huhmann führt weiterhin als Chief Financial Officer (CFO) die Bereiche Finanzen, IT und Transformation. Marten van der Mei verantwortet als Chief Sales Officer (CSO) Vertrieb, Wachstum, Pricing V.l.: Stefan Feldmeier (COO), Ivo Huhmann (CFO), Marten van der Mei (CSO) SCHOCK mit neuem Führungstrio und Produkt- und Markenentwicklung. Das gemeinsame Ziel: Die Premiummarke weiter schärfen, neue Märkte erschließen und die Innovationskraft gezielt auszubauen. www.schock.de
LEUTE & FIRMEN Jetzt Mitglied werden! Ruf uns an: +43 676 9611 288 E-Mail: office@kuechentreff.at Weil Erfolg Vertrauen braucht. Wir sind der Partner an deiner Seite. erfolgreich-mit-kuechentreff.at Clemens Köhler verstärkt seit April 2026 das Vertriebsteam von BLANCO als Gebietsrepräsentant für die Regionen Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Der gebürtige Tiroler verfügt über umfassende Erfahrung in den Bereichen Kund:innenberatung, Planung und Organisation. In seiner neuen Funktion liegt der Fokus auf der Betreuung bestehender Kund:innen, dem Ausbau des Vertriebsgebiets sowie der Umsetzung regionaler Markt- und Vertriebsstrategien. www.blanco.at Verstärkung im BLANCO-Vertrieb Die Unternehmen jankurtz und STERN sind seit vielen Jahren unter einem Dach ansässig, von Beginn an auf Eigentümerebene miteinander verflochten und nun folgt ein weiterer Schritt: Jan Kurtz, Geschäftsführer und Mitgesellschafter an der Jan Kurtz GmbH, wird seine Anteile zum 30. September 2026 an seinen langjährigen Mitgesellschafter und gleichzeitig Eigentümer der Stern GmbH & Co KG, Jürgen Frank Brackmann, abtreten. jankurtz werde weiterhin eigenständig am Markt, mit den vertrauten Ansprechpersonen und der bekannten Markt- und Markenausrichtung agieren, wie die aktuellen Gesellschafter der Jan Kurtz GmbH mitteilen. jankurtz.de www.stern-moebel.de Jan Kurtz GmbH vor Übernahme Im Frühsommer lud das Einrichtungshaus Scheicher unter dem Motto „Zwei Welten, eine Vision“ zum exklusiven Event mit USM und Leica in den Schauraum nach Salzburg. Gemeinsam erhielten Designinteressierte einen besonderen Einblick in eine Kooperation, die zeitloses Möbeldesign mit präziser Bildtechnologie verbindet. Die beiden Marken eint ein gemeinsamer Anspruch: Funktionalität, Langlebigkeit und zeitlose Formensprache. Genau diese Werte spiegeln sich auch in der Philosophie der Firma Scheicher wider. Im Mittelpunkt des Abends stand die Präsentation der neuen USM × Leica Kollektion sowie eine Montage-Präsentation des USM Haller Systems. Besucher:innen konnten dabei hautnah erleben, wie flexibel, modular und präzise das ikonische Möbelsystem aufgebaut wird. Der vor Ort gefertigte USM Haller Nachttisch wurde im Anschluss unter den Gästen verlost. Neben spannenden Einblicken in Design und Handwerk bot das Event Raum für persönliche Gespräche, inspirierenden Austausch und einen entspannten Abend in besonderer Atmosphäre. Abgerundet wurde der Abend durch neapolitanische Pizza von La Mia Italia und ausgewählte Getränke von Delivino. Stefan Scheicher fasste zusammen: „Uns verbindet mit Marken wie USM Haller und Leica nicht nur die Begeisterung für gutes Design, sondern auch die Überzeugung, dass Qualität und Langlebigkeit heute wichtiger denn je sind. Es freut uns sehr, solche Kooperationen bei uns im Schauraum erlebbar zu machen.“ www.scheicher.net Eirichtungshaus Scheicher Team Einrichtungshaus Scheicher Fotos: BLANCO, Jan Kurtz GmbH, Scheicher Folgen Sie uns: / wohninsider / wohninsider /wohninsider Noch mehr aktuelle LeuteMeldungen finden Sie online auf wohninsider.at unter: kurzlinks.de/dx83
12 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 TRAINING : WISSEN Stell dir vor: Eine attraktive Frau sitzt an einem Abend in einer Bar. Zwei Männer sprechen sie an, beide sympathisch, beide gepflegt, beide charmant. Das erste Gespräch verläuft flüssig. Der Mann erzählt von seiner Karriere, seinen Reisen, seinen Interessen – und ist dabei durchaus interessant. Das zweite Gespräch verläuft ebenfalls gut. Aber dieser Mann stellt Fragen. Er hört zu. Er lacht an den richtigen Stellen. Irgendwann sagt er ganz beiläufig: „Du hast eine Art, Geschichten zu erzählen, die einen einfach nicht loslässt.“ Am Ende des Abends gibt sie nur einem der beiden ihre Nummer. Nicht dem, der mehr zu bieten hatte. Sondern dem, bei dem sie sich interessanter, wertvoller und wichtiger gefühlt hat. Diese Geschichte hat nichts mit Flirten zu tun. Sie hat alles mit Verkaufen zu tun. Lass mich direkt sein: Die meisten Verkaufsgespräche im Möbelhandel werden zu früh falsch abgebogen. Ein Paar betritt das Küchenstudio, und noch bevor die erste Minute vergangen ist, spricht der Berater über Fronten, Scharniere und Silgranit-Spülen. Er meint es gut. Er ist kompetent. Er weiß alles über das Produkt. Aber er weiß nichts über diesen Menschen. Und genau das ist das Problem. Menschen kaufen keine Küche. Sie kaufen das Gefühl, endlich Weihnachten in einem Zuhause zu feiern, auf das sie stolz sind. Sie kaufen das Bild, wie sie samstags mit ihrem Kind Pfannkuchen backen. Sie kaufen das Ende eines Jahrzehnts, in dem die alte Küche ein stiller Vorwurf war, dass man sich selbst nie etwas gegönnt hat. All das steckt hinter dem Wunsch nach einer neuen Küche – aber kaum ein Verkäufer fragt danach. Dabei ist genau dieses Fragen der entscheidende Unterschied zwischen einem guten Verkäufer und einem großartigen. Was Kunden wirklich wollen – und warum sie es oft nicht sagen können In der Verhaltenspsychologie unterscheidet man zwischen expliziten und impliziten Motiven. Das explizite Motiv ist das, was jemand ausspricht: „Wir brauchen ein neues Sofa.“ Das implizite Motiv ist das, was dahintersteckt – und oft nicht ausgesprochen wird, weil der Kunde es selbst kaum in Worte fassen kann. Da ist das Ehepaar, das das Wohnzimmer neu einrichten möchte. Auf der Oberfläche: Sie wollen mehr Sitzplätze, wenn die Kinder mit ihren Familien zu Besuch kommen. Darunter: Sie wollen sich wieder wie das Zentrum der Familie fühlen, nachdem die Kinder ausgezogen sind und das Haus zu groß geworden ist. Noch tiefer: Sie wollen Würde. Behaglichkeit. Das Gefühl, dass ihre Geschichte weitergeht. Dieses Gespräch führt kein Produktkatalog. Das führt ein Mensch – wenn er die Bereitschaft mitbringt, tiefer zu fragen als bis zur Schlafdauer eines Matratzenkerns. Die Frage „Was stört Sie an Ihrer jetzigen Küche am meisten?“ öffnet eine andere Tür als „Welches Budget haben Sie?“ Die Frage „Wofür soll dieser Raum in Ihrem Leben stehen?“ landet anders als „Wie viele Quadratmeter haben wir denn?“ Es geht nicht darum, therapeutisch zu werden. Es geht darum, menschlich zu sein. Die Stille vor dem Kauf Es gibt einen Moment in guten Verkaufsgesprächen – die Stille vor dem Kauf. Den Augenblick, in dem der Kunde spürt: Dieser Mensch versteht mich wirklich. Dieser Moment entsteht nicht durch eine perfekte Produktpräsentation. Er entsteht durch eine Frage, die den Nerv trifft. Durch ein Nicken, das zeigt: Ich habe nicht nur gehört – ich habe verstanden. Was die besten Verkäufer in der Einrichtungsbranche von den übrigen unterscheidet, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Sie hören zu, bis sie wirklich verstanden haben – und machen erst dann Vorschläge. Nicht früher. Das klingt simpel. Es ist es nicht. Denn der Impuls, schnell eine Lösung zu präsentieren, ist stark. Wer ihn überwindet und stattdessen fragt – und dann noch einmal fragt –, der erlebt etwas Erstaunliches: Seine Empfehlungen treffen. Nicht manchmal. Meistens. Das ist kein Zufall. Das ist Methode. Fragen wirken stärker als Argumente Wir leben in einer Zeit, in der jeder Kunde vor dem Beratungsgespräch bereits stundenGekauft wird, wo man sich verstanden fühlt Warum echte Aufmerksamkeit wichtiger ist als Produktwissen – und wie du daraus deinen stärksten Wettbewerbsvorteil machst. WEGE INS ERFOLG-REICH Eine Serie fü r Ihren Erfolg. Experten-Tipps von Mag. Gabriel Schandl, CSP, CMC "Kunden kaufen nicht beim kompetentesten Verkäufer. Sie kaufen beim menschlichsten." Gabriel Schandl, Seminarleiter, Speaker & Coach Foto: © Gabriel Schandl
03.2026 | Juni/Juli | wohninsider.at 13 TRAINING : WISSEN lang online recherchiert hat. Er kennt Bewertungen, Vergleichstests, Konkurrenzpreise. Wenn du als Verkäufer versuchst, mit reinem Produktwissen zu punkten, kämpfst du gegen den Algorithmus – und verlierst. Was kein Algorithmus kann: einem Menschen das Gefühl geben, gesehen zu werden. Die stärkste Verkaufstechnik ist keine Technik. Es ist die echte, ungeteilte Aufmerksamkeit. Das Handy in der Tasche. Der Blick, der nicht zur Tür schweift. Die Frage, die zeigt, dass du dem letzten Satz wirklich zugehört hast. „Sie haben vorhin erwähnt, dass Ihr Mann lange Abende im Büro macht. Was bedeutet das für Sie – wie soll das Schlafzimmer für Sie alleine sein?“ Allein durch diese Frage verschiebt sich das gesamte Gespräch. Der Kunde merkt: Hier denkt jemand mit mir – nicht für mich. Aufmerksamkeit als Wettbewerbsvorteil Echte Aufmerksamkeit ist in unserer Zeit so selten geworden, dass sie zum stärksten Differenzierungsmerkmal im Verkauf geworden ist. Nicht die breite Produktpalette. Nicht die Parkplatzsituation. Nicht das Sonntagsöffnungszeiten-Argument. Es ist das Gespräch, nach dem ein Kunde nach Hause geht und zu seiner Partnerin sagt: „Weißt du, der war anders. Der hat mich wirklich verstanden.“ Diese Erfahrung ist nicht käuflich – aber sie ist trainierbar. Spitzenverkäufer in der Einrichtungsbranche haben eine Gemeinsamkeit: Sie reden weniger als ihre Kollegen. Und wenn sie reden, stellen sie Fragen, die den Kunden in den Mittelpunkt stellen. Sie machen Bedürfnisse sichtbar, die dem Kunden selbst noch nicht klar waren. Und sie haben die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen – das Zögern zu bemerken, das versteckte Leuchten in den Augen, wenn ein Stoff befühlt wird, als wäre er der richtige. Diese Qualität ist nicht angeboren. Sie entsteht durch Bewusstsein. Durch Übung. Durch die Entscheidung, jeden Kunden neu zu sehen – statt ihn in eine Schublade zu stecken. Und genau das trainiere ich mit meinen Teilnehmern leidenschaftlich in Verkaufsseminaren seit Jahren. Da noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Wertschätzung, Vertrauen, Abschluss – in dieser Reihenfolge Es gibt eine Kausalkette im Verkauf, die unveränderlich ist: Wertschätzung schafft Vertrauen. Vertrauen schafft Offenheit. Offenheit schafft die Grundlage für eine ehrliche Empfehlung. Und eine ehrliche Empfehlung führt zum Abschluss – zu einem, der nicht nach Reue schmeckt. Wenn Kunden das Gefühl haben, manipuliert worden zu sein, kommen sie nicht wieder. Wenn sie das Gefühl haben, verstanden und gut beraten worden zu sein, kommen sie zurück. Sie bringen Freunde mit. Sie schreiben Bewertungen, die kein Marketingbudget kaufen kann. Das ist kein Nice-to-have. Das ist Businessstrategie. Stell dir zwei Verkäufer nebeneinander vor. Beide bieten dasselbe Produkt, denselben Preis, dieselbe Lieferzeit. Der eine präsentiert perfekt. Der andere fragt präzise. Am Ende des Tages hat der zweite die höhere Abschlussquote – weil er nicht versucht hat, den Kunden zu überzeugen, sondern ihn zu verstehen. Ein Prinzip, das weit über den Verkauf hinauswirkt Hier ist etwas, das ich in fast jeder meiner Vorträge erlebe: Wenn ich dieses Prinzip vorstelle – dieses Prinzip des Gesehen-Werdens, des wirklichen Zuhörens, der echten Aufmerksamkeit –, dann sprechen die Verkaufsleiter im Raum plötzlich nicht mehr nur über Kunden. Sie sprechen über ihre Mitarbeiter. Denn dasselbe gilt in der Führung. Menschen verlassen keine schlechten Unternehmen. Sie verlassen Führungskräfte, bei denen sie sich nicht gesehen fühlen. Mitarbeiterbindung entsteht durch denselben Mechanismus wie Kundenbindung: durch das Gefühl, dass jemand wirklich fragt – und wirklich zuhört. Das Möbelhaus, das dieses Prinzip auf allen Ebenen verankert – im Verkauf, in der Führung, in der gesamten Unternehmenskultur –, baut etwas, das kein Wettbewerber kopieren kann: ein echtes Miteinander. Und echtes Miteinander ist der einzige dauerhafte Wettbewerbsvorteil, den es im Handel gibt. Das letzte Wort – und eine Frage, die bleibt Zurück zur Frau in der Bar. Sie hat sich für den Mann entschieden, bei dem sie sich nach dem Gespräch besser gefühlt hat als davor. Nicht informierter. Besser. Das ist der Maßstab, an dem jedes Verkaufsgespräch gemessen werden sollte. Nicht: Hat der Kunde alles über das Produkt erfahren? Sondern: Fühlt er sich nach unserem Gespräch verstanden, wertgeschätzt und gut aufgehoben? Kunden kaufen nicht beim kompetentesten Verkäufer. Sie kaufen beim menschlichsten. Wissen informiert. Empathie verbindet. Verbindung verkauft. Und jetzt die Frage, die ich dir mitgeben möchte – nicht als einmalige Übung, sondern als tägliche Haltung: „Wie fühlen sich meine Kunden, nachdem sie mit mir gesprochen haben?“ Wenn du diese Frage ehrlich beantwortest – jeden Tag, nach jedem Gespräch –, weißt du alles, was du über Verkauf wissen musst. Gabriel Schandl ist Wirtschaftswissenschafter (Linz, Siena) und Leistungsforscher. Als leidenschaftlicher Keynote-Speaker und engagierter Coach unterstützt er Menschen, Unternehmen und Teams, ihr Bestes zu geben. Der Constantinus Kategorie Sieger ist Buchautor und wurde von der National Speakers Association mit dem CSP geehrt, dem „Certified Speaking Professional“, der höchsten Auszeichnung in der Redner-Branche. Das Magazin „Erfolg“ zählt ihn zu den Top 100 Erfolgstrainern im deutschsprachigen Raum. Von ihm stammt der Begriff und das Konzept des „Leistungsglücks“, welches er in seinen Vorträgen weltweit eindrucksvoll darstellt. KONTAKT: Speaker GmbH Mag. Gabriel Schandl Fürstenallee 16f, A-5020 Salzburg hello@gabrielschandl.com www.gabrielschandl.com VERANSTALTUNGEN FÜR IHREN ERFOLG: - ab 24. September 2026, Salzburg: Offener TTT Lehrgang Trainerausbildung zum ISO-zertifizierten Fachtrainer www.trainthetrainer.events - 9. Oktober 2026: Ganztages-Workshop – Rhetorik gabrielschandl.lp.page/rhetorik-workshop Gabriel Schandl live Gabriel Schandl
14 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 TRAINING : WISSEN Die Grenzen zwischen Wohnen, Lifestyle, Gastronomie und Handel verschwimmen heute immer stärker. Menschen kaufen längst nicht mehr nur Produkte oder Dienstleistungen, sondern Emotionen, Identität, Atmosphäre und ein bestimmtes Lebensgefühl. Genau darin sehe ich eine der größten Veränderungen unserer Zeit. Wer Kunden langfristig begeistern möchte, muss Räume schaffen, in denen sich Menschen emotional wiederfinden. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit genau dieser Entwicklung. Als Verkaufsprofi, Franchise-Experte und Strategieberater im Bereich Gastronomie und Retail analysiere ich seit Jahrzehnten die Erfolgsfaktoren moderner Markenwelten. Meine Erfahrung aus zahlreichen Projekten zeigt mir immer wieder klar: Die Zukunft erfolgreicher Konzepte liegt in der Verbindung von Architektur, Wohnen, Lifestyle und emotionalem Verkauf. Ich bin überzeugt: Menschen kaufen dort, wo sie sich wohlfühlen, wo sie sich verstanden fühlen und wo Emotion auf Produkt trifft. Der Wandel im Konsumenten- verhalten Früher standen Preis und Funktion im Mittelpunkt vieler Kaufentscheidungen. Heute suchen Konsumenten Inspiration, Zugehörigkeit und Erlebnisse. Besonders jüngere Generationen erwarten von Marken weit mehr als reine Verkaufsflächen. Shops, Restaurants und Franchise-Konzepte werden zunehmend zu Erlebnisräumen. Kunden möchten sich identifizieren können und Orte erleben, die ihren Lifestyle widerspiegeln. Dabei spielt Wohnen eine zentrale Rolle. Die eigenen vier Wände sind Ausdruck der Persönlichkeit geworden. Farben, Materialien, Licht und Atmosphäre beeinflussen unser Wohlbefinden stärker denn je. Genau diese Erkenntnisse lassen sich direkt auf Gastronomie und Handel übertragen. Denn: Die erfolgreichsten Konzepte schaffen das Gefühl eines zweiten Wohnzimmers. Architektur als emotionaler Verkaufsfaktor Architektur und Interior Design sind heute weit mehr als reine Gestaltung. Räume müssen Geschichten erzählen. Licht, Akustik, Materialien, Duft und Möblierung beeinflussen direkt die Aufenthaltsdauer und Kaufbereitschaft. Internationale Erfolgsmarken zeigen längst, wie stark dieser Effekt ist. Gastronomiebetriebe setzen bewusst auf wohnliche Elemente und emotionale Atmosphäre. Retail-Flächen werden wie moderne Lifestyle-Welten inszeniert. Denn: Menschen erinnern sich nicht nur an Produkte, sondern vor allem an Gefühle. Besonders spannend ist diese Entwicklung im Franchise-Bereich. Viele Systeme fokussieren sich stark auf Prozesse und Standards, vernachlässigen jedoch die emotionale Markenwelt. Franchise funktioniert langfristig nur dann erfolgreich, wenn neben Effizienz auch echte Identifikation entsteht. Vom Kunden zum Fan Eine der wichtigsten Entwicklungen ist der Wandel vom klassischen Verkauf hin zur emotionalen Markenbindung. Erfolgreiche Marken verkaufen heute nicht nur Produkte GASTKOMMENTAR VON BERNHARD KLOUCEK Wohnen wird zum Erlebnis Warum Lifestyle, Emotion und Architektur die Zukunft von Retail, Gastronomie und Franchise prägen. Bernhard Kloucek ist Experte für Positionierung, Verkaufspsychologie und emotionale Markeninszenierung in Retail, Gastronomie und Franchise. Er unterstützt Unternehmen dabei, ihre Marktposition zu schärfen, Umsatzpotenziale zu heben und aus Kunden echte Fans zu machen. Sein Fokus liegt auf der Verbindung von Strategie und Emotion: Menschen kaufen dort, wo sie sich wiederfinden, inspiriert werden und ein Lebensgefühl erleben. Als Verkaufsprofi und Berater zeigt er, wie aus klarer Positionierung und Faszination starke Marken entstehen – besonders in einer Zeit, in der Erlebnis, Atmosphäre und Identität kaufentscheidend sind. Als Speaker begeistert Bernhard Kloucek mit dem Vortrag „Dein Durchbruch mit Faszination“ und vermittelt praxisnah, wie Unternehmen durch emotionale Markenführung mehr Wirkung, mehr Kundenbindung und mehr Umsatz erreichen. Sein Grundsatz: Erfolg entsteht dort, wo Faszination auf Strategie trifft. Let’s go! office@bernhardkloucek.com www.bernhardkloucek.com T: +43 664 132 24 32 Über Bernhard Kloucek Kloucek als Buch: kurzlinks.de/etzu „Menschen erinnern sich nicht nur an Produkte, sondern vor allem an Gefühle.“ Bernhard Kloucek mit den Brüdern und Gründern von l’autentico und Napolino by l’autentico Sandro Gargiulo und Andre’ Gargiulo. Fotos diese Seite Bernhard Kloucek
TRAINING : WISSEN – sie schaffen Communities, Begeisterung und Loyalität. Restaurants werden zu Treffpunkten bestimmter Lebensstile. Shops entwickeln sich zu Erlebniswelten. Hotels verwandeln sich in emotionale Markenräume. Wer Menschen emotional begeistert, baut langfristige Beziehungen auf. Genau dadurch entstehen aus Kunden echte Fans. Die neue Rolle der Gastronomie Besonders sichtbar wird dieser Wandel in der Gastronomie. Gäste suchen heute nicht nur gutes Essen, sondern Atmosphäre, Ruhe, Design und Zugehörigkeit. Wohnliche Konzepte, gemütliche Sitzbereiche, natürliche Materialien und emotionales Lichtdesign werden zu strategischen Erfolgsfaktoren. Die Gastronomie der Zukunft wird immer stärker zum emotionalen Lebensraum. Dabei geht es nicht um Luxus, sondern um Authentizität. Menschen spüren sofort, ob hinter einem Konzept echte Leidenschaft steckt. Retail neu denken Der stationäre Handel steht vor massiven Veränderungen. Der reine Produktverkauf verliert durch den Onlinehandel zunehmend an Bedeutung. Die Zukunft des stationären Handels liegt deshalb nicht im Kampf gegen Onlineplattformen, sondern im Aufbau emotionaler Erlebniswelten. Der stationäre Handel muss etwas bieten, das online niemals vollständig ersetzbar sein wird: Emotion, Atmosphäre und persönliche Inspiration. Moderne Shops entwickeln sich zu kuratierten Lifestyle-Räumen. Produkte werden nicht mehr isoliert präsentiert, sondern in Geschichten eingebettet. Ein Möbelstück wird Teil eines Lebensgefühls. Ein Kaffee wird zum Ritual. Ein Geschäft wird zum Treffpunkt. Wohlbefinden als Wirtschaftsfaktor Themen wie mentale Gesundheit, Balance und Lebensqualität gewinnen massiv an Bedeutung. Dadurch verändern sich auch die Erwartungen an Marken und Räume. Menschen suchen Orte, die Ruhe ausstrahlen, Energie geben und positive Emotionen erzeugen – ob Restaurants, Hotels, Shops oder Büros. Wohlbefinden wird zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor. Architektur und Design wirken emotional oft stärker als klassische Werbung. Unternehmen, die diese Faktoren strategisch nutzen, schaffen stärkere Marken und engere Kundenbindungen. Fazit Die Zukunft von Gastronomie, Retail und Franchise liegt in emotionalen Erlebniswelten, die Architektur, Lifestyle und Wohlbefinden intelligent miteinander verbinden. Meine Erfahrung zeigt klar: Kunden entscheiden heute emotionaler denn je. Sie kaufen dort, wo sie sich wohlfühlen, Inspiration finden und Marken echte Geschichten erzählen. Unternehmen, die diese Entwicklung verstehen und konsequent umsetzen, werden wirtschaftlich erfolgreicher sein – und aus Kunden langfristig begeisterte Fans machen. „Menschen kaufen dort, wo sie sich wohlfühlen, wo sie sich verstanden fühlen und wo Emotion auf Produkt trifft. Genau deshalb wird das Thema Wohnen und Lifestyle für Retail und Gastronomie immer entscheidender.“ Foto diese Seite: © KidizinSane MHK. MEIN KÜCHENSPEZIALIST MHK Österreich GmbH & Co. KG Oberndorfer Straße 35/19 | 5020 Salzburg +43 (0) 662 276 265 -0 office@mhk.at www.mhk-kuechenspezialist.at Als MHK Partner:in profitieren Sie von: einem gebündelten Einkauf attraktiven Eigenmarken zu top Konditionen einer eigenen Planungssoftware, die Küchenträume realisiert maßgeschneiderten Marketingkonzepten PARTNER:IN WERDEN www.mhk-kuechenspezialist.at/b2b/ partner-werden Gemeinsam innovativ und erfolgreich im Küchenfachhandel. Wir, die MHK Group, sind der führende Einkaufs- und Dienstleistungsverband für mittelständische Küchenfachhändler. Über 4.300 x in Europa, 171 x in Österreich. JETZT MHK Partner:in werden
16 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 BRANCHENTALK ALFRED JANOVSKY WENN ES AM SCHÖNSTEN IST … „Ehrlich“ – mit diesem Adjektiv beschreibt Alfred – Fred – Janovsky sich selbst, und das ist es auch, mit dem ihn wohl die gesamte Branche assoziiert. Allseits beliebt und verlässlich ist er, der langjährige General Manager von AEG Electrolux, der mit Ende Juni, nach 27 Jahren im Unternehmen, in den Ruhestand ging. Ein emotionaler Abschied. Von Lilly Unterrader
03.2026 | Juni/Juli | wohninsider.at 17 BRANCHENTALK Manche sagen, er hätte eine ganz untypische, andere meinen, eine Bilderbuch- Karriere hingelegt: Alfred Janovsky. Seit 1999 ist er, der weder Studium noch Matura hat, wie er eingesteht, bei AEG Electrolux an der Spitze und seit knapp 40 Jahren in der Weißwaren-Branche. „Ich kam aus einem Bundeskonvikt für Knaben und hab dann – meiner Mutter zuliebe – die Handelsschule abgeschlossen, wo rundherum nur Mädchen waren“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Für Ablenkung war in der Schule gesorgt und so startete der junge Janovsky früh in sein Berufsleben bei Foto Nettig, wechselte später durch Anraten eines Schulfreunds in den Außendienst von Fussenegger Dekor Trachtenstoffe. In Summe war der Job jedoch unbefriedigend. Und so war es auch der gleiche Freund, der Janovsky den Einstieg in die Weißwaren-Branche eröffnete: „Er hatte bei Tyrolia, die Firma wurde damals gerade von elektrabregenz aufgekauft, angefangen, mit dem Hinweis, die würden auch jemanden für den Außendienst im Osten suchen. Also bin ich – komplett ahnungslos, denn meine Jugend bestand aus einem Gasherd und einem Standkühlschrank – 1987 zu elektrabregenz gekommen.“ Die Geburtsstunde der Setpreisliste Das Unternehmen war damals top-aufgestellt, erzählt er, allerdings nur im Elektrohandel. Es folgte ein weiterer Wendepunkt in seiner Karriere: „Ich war bei einem Elektrohändler in der Buckligen Welt unterwegs und in der Mittagspause habe ich mich im Ort umgesehen, ein Möbelhaus mit viel Glas und großer Küchenausstellung entdeckt. An der Front dominierte das Logo von Siemens, also bin ich reingegangen und hab den Verkäufer gefragt, ob er vielleicht Geräte von elektrabregenz in die Ausstellung nehmen möchte. Ich legte ihm meinen Katalog hin, woraufhin der mich konsterniert ansah, mir den Katalog zurückschupfte und meinte: ‚Das brauch ich nicht, ich möchte mich nicht zum Deppen blättern.‘“ In diesem Moment hatte Janovsky schließlich die nötige Eingebung: „Haben’S eine Schere? Was brauchen Sie? Einen Einbauherd, ein Kochfeld, einen Geschirrspüler? Das hab ich dann auf einen Zettel geklebt, den Katalogpreis dazugeschrieben und einen Setpreis kalkuliert. Das war zugleich auch die Geburtsstunde der Setpreisliste.“ Die Ambition war von Erfolg gekrönt, wie er berichtet, damit einher ging auch ein neuer Blickwinkel – der Vorlauf, das Bestellen mit Termin, das die Kollegen aus dem Elektrohandel so nicht kannten. Die weiteren Schritte waren vorprogrammiert, „ich habe dann nur noch Möbelhandel in Ostösterreich gemacht." Drei Jahre später war Janovsky Verkaufsleiter für ganz Österreich, als elektrabregenz sich von Wien trennen und die Zentrale nach Schwaz in Tirol verlegen wollte. „Ich kannte damals schon meine Frau Susan und wir haben überlegt, was wir tun sollen. Dann kam über einen Headhunter das Angebot von Electrolux Österreich, wo ich nach kurzem Überlegen am 1. Februar 1999 begonnen habe.“ Nur auf Elektro fokussiert Auch hier erwartete ihn ein AHA-Erlebnis: „Das zentrale Thema waren Waschmaschinen, Einbau war de facto nicht vorhanden, es gab keine Listung in einem Möbelverband, alles war auf den Verkauf über die damalige Elektrohandelskette Cosmos fokussiert.“ Janovsky weiter: „Ich hatte schlaflose Nächte, wusste, ich muss alles umbauen. Natürlich habe ich meine Kontakte genutzt, war u.a. bei Leiner und holte mir wieder eine Abfuhr. Also machte ich dem damaligen Einkaufsleiter ein konkretes Angebot: ‚Geben Sie mir ein halbes Jahr Zeit, wenn es euch dann taugt, listet unsere Geräte. In dem Fall hätte ich dann gern im Sommerschluss-Verkaufsprospekt die Rückseite mit der DAN-Küche mit unseren Geräten drinnen.‘“ Bei der DAN-Hausmesse gab es dann, so Janovsky, für viele Händler ein weiteres Überraschungsmoment. „Warum sind da jetzt AEG-Geräte drinnen und zwei Backöfen nebeneinander? Will DAN das nun in jedem Outlet mit AEG?“ AEG war in aller Munde, der Bann gebrochen. Im Möbelfachhandel war das Unternehmen damit wieder gut positioniert, und für den Elektrohandel holte Janovsky seinen Freund Poldi Saric ins Haus. „Wir waren ein wunderbares Team – er hat das einfach toll gemacht. Sein früher Tod ist noch immer ein sehr emotionales Thema für uns.“ Also hast du immer den Kunden gefragt: Was brauchst du eigentlich? „Ja, mein großer Vorteil war, ich war niemals voreingenommen. Ich habe immer genau zugehört und war offen.“ Schnell war klar: „Wir brauchen mit AEG ein Produkt, mit dem » Seit 1. Juli offiziell im Amt: Anton Pilz übernimmt die Nachfolge von Alfred Janovsky als Geschäftsführer der AEG Electrolux Österreich. Janovsky über seinen Nachfolger: „Mein erster Eindruck ist supergut. Es kommt mir so vor, als tickt er ganz ähnlich wie ich.“ Foto links: AEG, Fotos diese Seite: Lilly Unterrader/wohninsider
18 wohninsider.at | Juni/Juli | 03. 2026 BRANCHENTALK wir zum Kochspezialisten werden ... Und dann kommt der Multidampfgarer von links hinten.“ (zwinkert) Nach Herausforderungen mit einer neuen EDV und einer schlechten Warenverfügbarkeit durch die Werksschließung in Nürnberg ging es ab 2010 wieder bergauf. „Wir haben eine neue Range, neue Klasse bekommen, einen neuen Marketingmann (zwinkert in Richtung Martin Bekerle) und auch mehr Drive. Wir sind noch mehr in Richtung Möbel gegangen, haben die Kochvorführungen perfektioniert, in einer Linie mit Wiedererkennung. Das hat sich so gut und konstant entwickelt, sodass wir heute noch bis zu 300 Kochvorführungen im Jahr veranstalten, die noch immer gut genutzt werden.“ Und die Mannschaft um Janovsky entwickelte damit ein neues Selbstbewusstsein: „Das haben wir bis heute durchgezogen, denn wir müssen uns weder mit unseren Produkten noch mit unseren Messeauftritten verstecken.“ Playing Capitain Den Erfolg – „wir entwickeln uns mit einem stark angeschlagenen Möbelmarkt positiv im zweistelligen Bereich und sind mit AEG eine der am schnellsten wachsenden Marken“ – führt Janovsky jedoch in erster Linie auf die Mannschaft zurück. „Das gesamte Orchester muss zusammenspielen, viele unserer Leute sind schon viele Jahre bei uns.“ Auch die aktuelle Entwicklung der Marke Electrolux am österreichischen Markt laufe höchst erfolgreich, so Janovsky, „Wir sind quasi mit einem NoName auf 2,8 % MA im Möbelhandel gekommen. Haben einen Katalog und ein Kernsortiment, das war's.“ Bei der letzten küchenmeile hat Petra Haupt, die ich über den Stand führen durfte, gemeint: Fred, ihr seid in aller Munde – und zwar positiv. Das ist eine Weltchance.“ Dann kam der Überraschungsstar – der Pizza-Expert hinzu. „Damit war für mich klar: Jetzt ist alles fertig – jetzt kann ich in Pension gehen.“ Wenn es am schönsten ist … Alfred Janovsky geht also zu einem Zeitpunkt, der aus seiner Sicht am schönsten ist. „Wir sind bestens aufgestellt, haben Top-Leute, besser kann es nicht sein. Rückblickend kann ich nur sagen, es kommt mir unwirklich vor, wie schnell das dann alles geschehen ist, was alles passiert ist. Es waren viele Emotionen dabei, oder Momente, wo es dich auf den Hintern setzt ..." Du würdest dich für den Job also nochmals bewerben? Zwischenruf Martin Bekerle: „Das müsste er nicht, wir würden genau ihn suchen. Der einzige Fehler, den er gemacht hat, ist jener der frühen Geburt.“ (zwinkert) Und so fasst Janovsky zusammen: „Viele sagen, ich habe eine Bilderbuchkarriere hingelegt, weil ich hab nie wirklich was gelernt, aber was ich getan habe, hat mir immer Spaß gemacht. Natürlich muss sich der Erfolg einstellen und das Ergebnis passen, aber eine Gaude muss auch immer mit dabei sein, das hab ich stets versucht, auf meine Mitarbeiter:innen zu übertragen. Ich hab immer tolle Leute um mich gehabt und das Glück, dass wir als kleines Österreich nie so im Rampenlicht gestanden sind. Wir haben oft einfach gemacht, von dem wir dachten, dass es das Richtige sei und nicht gefragt. Wir haben zum Beispiel 5 Jahre Garantie eingeführt – und nichts gesagt. Als dann die Weisung aus der Zentrale kam, meinten wir, das hätten wir schon lange ... Der Beweis für unser Handeln war schließlich die positive Entwicklung am Markt.“ Abschließend meint er: „Heute, nach knapp 40 Jahren, darf ich sagen: Danke, das war’s. So gern ich den Job gemacht hab, aber jetzt geht es primär um die Befindlichkeiten von meiner Frau und mir.“ Und was steht dann im Juli und August auf eurer Agenda? "Ich lasse es auf mich zukommen, möchte wieder mehr auf meinen Körper schauen, meine Gesundheit, weniger rauchen. Muskeln aufbauen, damit ich gegen ihn (Blick in Richtung Martin Bekerle) beim Golfen wieder mehr Chancen habe." (lacht) ... Das ausführliche Interview finden Sie online unter: kurzlinks.de/yrs9 Ein guter Tag beginnt für mich mit … ... Sonnenaufgang Was schätzt du an der Möbelbranche? Kurze Antwort? – Design Wenn ich nochmals beginnen würde ... ... würde ich alles genauso machen. Bei dem Lied geht es mir immer besser Stairway to Heaven von Led Zeppelin Multidampfbackofen oder Teppan Yaki Grill? Multidampfbackofen Welches Adjektiv beschreibt dich am besten ehrlich Der Wunsch an die gute Fee gesund bleiben „Niemals Anzug und Krawatte“ war eigentlich die Devise von Janovsky, die er dann für seine Karriere gelegentlich doch ablegen musste. Das Dream-Team von AEG – Alfred Janovsky und Retail Marketing Manager AT Martin Bekerle – auch privat in Freundschaft und am Golfplatz verbunden. Fotos diese Seite: Andreas Scheiblecker (oben), Janovsky privat (unten) WORDRAP
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